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Psychologie
Vorgestellt von Reinhold Schoeler, Tel. 0421-5578189
Psychopathologische Mechanismen besser verstehen lernen

Die Borderline-Störung

Die Psychopathologie der narzißtischen Persönlichkeitsstörung bei Borderline-Patienten und ihre Verstärkung bei Verlustängsten

Entstehung:
 
  • - "Wir"-"lhr" Differenzierung ist nicht zustande gekommen,
  • - Trennung, Verlust, Kränkung können nur schwer bewältigt werden,
  • - keine Internalisierung wichtiger Funktionen;
  • - mangelhafte Realitätsprüfung und - Wahrnehmung,
  • - zwischen Phantasie und Wirklichkeit kann nicht unterschieden werden,    gute und böse Objekt- und entsprechende Selbstrepräsentanzen können sich nicht zu ganzheitlichen Repräsentanzen verbinden,
  • - Spaltung: Gute und böse Vorstellungen von sich selbst und von anderen Menschen existieren nebeneinander,
  • - weinerliches Anklammern - zorniges Wegstoßen ("sadomasochistischer Clinch"),
  • - Mütter weisen häufig auch Borderlinezüge auf:
  • - können ihr Kind nicht in Autonomie entlassen,
  • - sind nur liebevoll, wenn ihr Kind regressiv ihre Nähe sucht; (siehe Anmerkung)
  • - entscheidend: Beschneidung der Autonomie mit der Frage der eigenen        Existenzberechtigung überhaupt.
  • Prä-ödipale psychische Entwicklungsstufen
  • Das Borderline-Syndrom oder Der verrückte Normale
  • Klinische Merkmale einer Borderline-Störung


Inhalt:
 

Was heißt prä-ödipal oder: die Mama und ich

Prä-ödipal bedeutet: aus der symbiotischen Beziehung des Embryos, Säuglings oder Kleinkindes zu seiner Mutter stammend, bevor der Eintritt des Vaters in diese dyadische Beziehung eine Triangulierung der Beziehung bewirkt.
Ödipal bedeutet: aus dem Konflikt des Kindes stammend, sexuelle und aggressive Affekte seiner Mutter und seinem Vater gegenüber unter einen Hut zu bringen.
Die Borderline-Problematik ist eine prä-ödipale Störung, die zwischen der Psychose und der Neurose angesiedelt ist, so daß die Affektorganisation des Psychotikers, die gute Realitätserkennung des Neurotikers, beschränkt auftriebhafte Bedürfnisse, zusammen die explosive Mischung der Borderline-Persönlichkeit ergibt; sinnbildlich für diese Borderline-Persönlichkeit ist die wirre Sphinx in der Ödipus-Saga: ein Ungeheuer mit dem Kopf einer Jungfrau, dem Vorderleib eines Löwen, dem Hinterleib eines Stieres und den Flügeln eines Adlers, die jeden tötete, der auf ihre Frage eine für sie unbefriedigende Antwort gab.

Das prä-ödipale Selbst oder: Bin ich du oder seid ihr uns ?

Verbleibt der Mensch psychisch in der symbiotischen, dyadischen Beziehung zur Mutter, findet also die Triangulierung der Beziehung nicht statt, wird der Mensch auch später nur unzureichend zwischen Ich und Du oder Ich und Wir unterscheiden können. Diese Menschen haben oft ein erstaunlich feines Gespür für die Gefühle des anderen (ohne daß ihnen das bewußt wäre). Sie reagieren auf schwächste Signale, die die Einstellung des anderen verraten. Dies wird verständlich, wenn man bedenkt, daß das Kind in der symbiotischen Phase mit der Mutter eine Einheit bildet, in der es auch die Gefühle der Mutter mitempfindet. Später äußert sich dieses sozusagen archaische Vermögen darin, daß eigene Gefühle dem anderen zugeschrieben und die Gefühle des anderen zu eigenen gemacht werden. Derjenige wird sich also besonders wohl fühlen in einer Gruppe von Menschen, die ähnliche Einstellungen wie er selbst haben. Die Signale der Unbefriedigtheit und Gier erhalten in der Gruppe ein entsprechendes "feed-back" (eigtl.: "zurück-füttern") und schaukeln sich gegenseitig hoch, bis es oft zu den bekannten gewaltträchtigen Auswirkungen kommt. Gewalttäter treten ja selten als Einzelne gewalttätig in Erscheinung, erst in der Gruppe; In dem "Wir", das die eigenen Gefühle verstärkend widerspiegelt, kommt es zu Gewaltausbrüchen.

Prä-ödipale psychische Entwicklungsstufen

Das frühe prä-ödipale Selbst oder die Welt als Fruchtblase
 

 Die Sexuajität
 Dje Aggressivität
 Dje Angst.
 Die Abwehr der Angst
 Das Denken
 Der Neid
 Ich bin nichts und Ich bin alles
 Beziehung zu anderen Menschen


Das frühe prä-ödipale Selbst hat eine parasitäre Haltung gegenüber der Welt. Die Welt (am besten gleich die ganze Welt) soll ihm (und möglichst nur ihm) zur Verfügung (und möglichst zur totalen Verfügung) stehen, wie eine Fruchtblase, die es nährt, die Wohlgefühl und Wärme vermittelt und nichts von ihm verlangt außer seinem bloßen Dasein. "Denn heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt."
Für viele Menschen erfüllt sich dieser Wunsch teilweise in der Psychiatrie, in der oft eine maßlose Verwöhnung der Kranken stattfindet, indem man alles für sie tut, ihnen das Bett macht, sie füttert, ihnen den Hintern abwischt und sie bei Aufregung medikamentös stilllegt. Somit wird eine relative Symptomfreiheit erreicht, zugleich wird jedoch die Problematik der Kranken festgeschrieben.

Die Sexualität

Die Sexualität dieser frühen Entwicklungsstufe ist kannibalistisch, der Borderliner frißt, was oder wen er liebt, auf. Der Borderliner hat andere Menschen tatsächlich "zum Fressen gern."
Nimmt der Borderliner einen Menschen bewußt oder unbewußt als "gut" wahr und beginnt er, diesen Menschen zu lieben, werden gleichzeitig aggressive Gefühle in ihm wachgerufen. Er verspürt unbewußt Schuldgefühle, weil er den anderen auffressen, vernichten will und er verspürt das Bedürfnis, das vom anderen Empfangene zu zerstören aus Neid auf den anderen. Der Borderliner hat sich mit einem primitiven, sadistischen Menschenbild identifiziert, das Unterwerfung und Leiden als minimale Voraussetzung für die Aufrechterhaltung einer auch nur irgendwie bedeutungsvollen zwischenmenschlichen Beziehung verlangt und hat daher das Bedürfnis, den Anderen als gutes Menschenbild zu zerstören. Eine Liebesbeziehung ist für den Borderliner gleichzeitig eine sadistische Beziehung.
Grundlegend äußert sich die Sexualität des Borderliners als maßlose Gier, die sofort alles will.

Die Aggressivität

Der aggressive Trieb ist beim Borderliner nur teilweise vom sexuellen Trieb gehemmt, meistens richten sich beide Triebe in immenser Intensität getrennt voneinander auf diverse Objekte und Menschen, was maximale Triebbefriedigung verspricht, z.B. wird "Deutschland" geliebt und der "Ausländer" gehaßt, etc.
Aggressivität bedeutet beim Borderliner meist eine kannibalistische Sexual-Aggressivität, die der genußvollen Vernichtung und Einverleibung dessen oder derjenigen dient, der als für das eigene Selbst brauchbar verstanden wird. Diese Aggressivität äußert sich als Haß.
Haß kann auch eine durchaus gesunde, normale Reaktion sein, wenn es durch eine reale Bedrohung des eigenen Lebens notwendig wird, daß sich Wut zu Haß steigert, um sich dieser Bedrohung zu erwehren.
Als ein dauerhafter und beständiger Charakterzug, der weitestgehend durch unbewußte Motivation gesteuert wird, wie dies beim Borderliner der Fall ist, bedeutet es jedoch eine krankhafte Steigerung von Aggressivität. Diese Anlage im Borderliner bewirkt beispielsweise auch, daß er seine Emotionen "rationalisiert", d.h. er (er-)findet rationale Begründungen für seinen Haß. Aggression und aggressives Handeln wird "selbstverständlich" und, was bedeutsam ist: Er kann sich gar nicht vorstellen, daß andere Menschen nicht genauso sind, er weiß nicht, wie ein Leben ohne Haß aussehen kann.
Hieraus leitet sich auch die Selbstverständlichkeit ab, mit der der Rechtsextreme seine Feindseligkeit vor der Gesellschaft zur Schau stellt: Er meint, daß eigentlich alle seine Gewalttaten gutheißen müßten.
Als extreme Form von Haß wird das gehaßte Objekt radikal entwertet oder dessen physische Vernichtung gefordert oder vollzogen. Dadurch, daß der Borderliner nicht über intakte, klar unterscheidende Ich-Grenzen verfügt, kann diese extreme Form des Hasses zum Selbstmord führen, wenn er nämlich den anderen in sich umbringt.
Generell zeigt sich der Haß darin, daß der Gehaßte rücksichtslos ausgebeutet, symbolisch kastriert und entmenschlicht wird.
Bei Untersuchungen an 1762 psychiatrischen Patienten, davon 28 mit Borderline-Syndrom, stellte man bei der Gruppe der Borderline-Patienten eine deutliche Erhöhung von Feindseligkeit, emotionaler Labilität, antisozialem, unkooperativem, manipulativem und impulsivem Verhalten fest. (Snyder Scott, Pitts Wesley M., Pokorny Alex D.: In: Affective and behavioral features of DSM-lll borderline personality disorder: Are they valid?. Psychopathology 1985 Jan-Feb Vol 18(1) 3-10.)

Die Angst

In der Seele des Borderliners herrscht, wie bereits gesagt, eine strikte Gut-böse-Trennung. Daß es zu dieser Trennung kommt, liegt in nicht unerheblichem Maße in der frühen psychischen Abwehr gegen überwältigende Angst begründet. Eine Voraussetzung dafür, daß das kleine Kind den Sprung in die Triade schafft, ist die Bewältigung von Angst, die das Erleben des Getrennt-seins von der Mutter im Kind auslöst. Man kann daher das Verbleiben in der Dyade auch als Angstvermeidung verstehen. Im späteren Leben äußert sich dies dann in oft erstaunlichem Todesmut des Borderliners (etwa wenn sich deutsche Rechtsextreme freiwillig am Krieg im ehemaligen Jugoslawien beteiligen). Dieser Todesmut hat jedoch noch eine andere Seite, indem er nämlich auch eine Reaktion darauf ist, daß der Borderliner sich selbst fremd wird, wenn ihm die befriedigend-stolze Versorgung soweit entzogen wurde, daß er nicht mehr als zum Selbst gehörig erlebt wird und vernichtet werden kann. Dies führt zu dem als Todesmut bezeichneten, in Wahrheit jedoch selbstdestruktiven Verhalten

Die Abwehr der Angst

Der Borderliner kennt nur seine innere Welt der strikten Gut-böse-Trennung, alles andere ist für ihn ein Vakuum, ein Nichts, das ihm Angst macht. Was sich nach außen hin an Humanitätsverachtung und Haß zeigt, sind seine psychischen Erhaltungsmechanismen, auf die er nicht freiwillig verzichten kann.
Das Gelingen der Triade ist auch abhängig davon, ob im Kind genügend Urvertrauen vorhanden ist, um die aufsteigende Angst zu bewältigen. Ist dieses Urvertrauen nicht vorhanden, "definiert" sich der Mensch als ein in einer feindlichen Welt befindliches Wesen, das sich ständig gegen äußere Bedrohung zu verteidigen hat. Hieraus entsteht das scheinbare Paradoxon, das der Borderliner in einer Situation, in der er eigentlich nichts zu befürchten hätte, die ihm Sicherheit und Zuwendung bietet, Angst bekommt, weil er eine bedrohungsfreie Welt nicht kennt. Er kann damit nicht umgehen. Es ist, als ob die leiseste Wendung der äußeren Welt zum Guten ihm seine Identität entzöge, die er nur dadurch wiederfinden kann, daß erden Haß in sich wachruft, mit dem er die ihm gegenstandslos gewordene Welt wieder zu einem Gegenstand macht.
Aus der Unfähigkeit, die Realität zu akzeptieren, resultieren Wahn und Halluzinationen. Die Realität ist im Vergleich mit der Phantasie immer hart und unbefriedigend. In der Phantasie läßt sich alles sofort erledigen. Je größer nun die Unfähigkeit ist, sich mit der vergleichsweise mageren Realität abzufinden, desto eher wird sich derjenige seine Vorstellungswelt zu einer realen Welt machen wollen.
Der psychotische Gewalttäter unterscheidet sich von dem Borderline-GewaIttäter nur dadurch, daß bei ihm der Bezug seines Hasses viel deutlicher irrational ist. Im übrigen ist der psychische Vorgang der gleiche.

Das Denken

Wie bereits erwähnt, ist für ein reflexives, diskursives Denken ein stabiles, klar abgegrenztes Ich Voraussetzung. Die Borderline-Störung ist jedoch charakterisiert durch eine Ich-Schwäche, in der es dem Borderliner kaum möglich ist, so etwas wie einen beobachtenden, vernünftigen Ich-Anteil hervorzubringen.
Vielmehr dient das Denken des Borderliners fast ausschließlich dazu, seine Triebe zu befriedigen, koste es (vor allem die anderen) was es wolle.
Das vernünftige Denken ist an sich ein Mittel, sich in der Welt zurechtzufinden, es sich möglichst bequem darin zu machen, sinnvolle Lösungen für Probleme zu finden und bei alldem anderen möglichst wenig zu schaden. Für letzteres zeichnet das Gewissen des Menschen verantwortlich;
beim Borderliner fehlt dieses jedoch wesentlich und Probleme löst er weniger sinnvoll als rabiat, indem er das für ihn Problematische einfach zu vernichten sucht.

Der Neid

Die prä-ödipale Beziehung des Babies zu seiner Mutter enthält auch den Neid auf alles, was die Mutter an Befriedigendem repräsentiert: "Die Mutter hat es, sie könnte es mir auch geben, aber sie will es mir nicht immer geben." Der Neid ist eine Mischung aus dem Gefühl der Gier und des Hasses, indem nämlich das kleine Kind seine Mutter dafür haßt, daß sie seine Gier nicht vollständig befriedigt.

Ich bin nichts und ich bin alles

Die fehlenden Ich-Grenzen im psychischen Apparat des Borderliners können eine wahnhaft gesteigerte Vorstellung von der eigenen Größe (Größenselbst) zur Folge haben. Da er mitunter nicht genau weiß, wer er eigentlich selbst ist, rettet er sich vor der abgrundtiefen Angst der Vorstellung, er könne nichts sein, in das andere Extrem des "Ich bin alles." Diese innere Einstellung benötigt zu ihrer Erhaltung ständige Bestätigung, die er sich durch das Gefühl des Triumphes verschafft. Er ist auf der ständigen Suche danach, Situationen zu schaffen, in denen er über andere triumphieren kann, um sich so seine eigene Überlegenheit zu beweisen und wo man durch Argumente zu unterliegen droht, obsiegt man durch rohe Gewalt. In erster Linie ist dies ein sadistischer Triumph. Sadistischer Triumph kann auch in der bloßen Ankündigung oder Androhung von Gewalt bestehen und das selbstbewußte Gefühl von Gewißheit und Sicherheit, mit dem er andere als inkompetente Idioten behandelt, kann für die Umgebung sehr belastend werden. Wird das Größen-Selbst längere Zeit nicht angegriffen, oder erfährt der Borderliner von außen Zustimmung für sein Handeln, vermischen sich Haß und Stolz zu einem erstarkten Größen-Selbst und er wird es mehr und mehr arrogant zur Schau stellen. Hierbei geht wiederum die ohnehin nur sehr spärlich vorhandene Fähigkeit, Schuld und Anteilnahme zu empfinden, mehr und mehr verloren.

Beziehung zu anderen Menschen

In der Praxis der psychotherapeutischen oder analytischen Arbeit mit Borderline-Patienten sind Lähmung des Analytikers und triebhaftes Agieren des Patienten zwei Mechanismen, die der Borderline-Therapie ein charakteristisches Gepräge geben. Das Handeln scheint für diese Menschen eine fast magische Bedeutung zu haben; sie fühlen sich erst im Handeln lebendig und sicher, spüren die ersehnte Vereinigung mit ihrer Umwelt, anstatt ihr gedanklich gegenüberzutreten und vermeiden reflexives oder antizipatorisches Denken im Sinne von Probehandeln.
Lähmung des anderen und Agieren sind zugleich geeignete Mittel, sich dem Zugriff des anderen zu entziehen, um immer wieder die Möglichkeit des Triumphes in greifbarer Nähe zu spüren.
Hinter der arroganten Maske des Borderline-Patienten stehen sein seelisches Elend, Todessehnsucht, Unerträglichkeit des Seins, die er zugleich um sich verbreitet.

Das späte prä-ödipale Selbst oder: Die Welt als Zitze

» Sexualität oder: Die Welt als Mama
» Die Nation als Mama
» Dje Aggressivität oder: Der Beziehungsdurchfall
» Der rechtsextreme Gewalttäter

Während das frühe prä-ödipale Selbst kannibalistisch die Wert als ein Objekt versteht, daß zum eigenen Spaß vernichtet werden muß, sieht das späte prä-ödipale Selbst die Welt als Zitze, die nur zur eigenen parasitären Befriedigung und als Haßobjekt dient. Die Welt wird als eigene Mama gesehen, begehrt und verhaßt.

Es bestehen deutliche Zusammenhänge zwischen der frühkindlichen Entwicklung und der Fähigkeit zu vernünftigem Denken; die Vernunftsfähigkeit hängt wesentlich von der emotionalen Entwicklung des Menschen ab, insbesondere davon, ob der Prozess der Legierung von Sexualität und Aggression gelungen ist.

Die psychische Entwicklung des Kindes ist zwischen dem sechsten und dem achtzehnten Lebensmonat hinsichtlich einer Borderline-Pathologie wesentlich gefährdet. Die Mutter wird als Engel idealisiert und dieses Bild wird beibehalten, um die Mutter nicht auch als Teufel sehen zu müssen. Die Fremdenangst ("fremdeln"), die etwa im achten Lebensmonat auftritt, wird dadurch verursacht, daß auf den Fremden das "teuflische" "Wir"- und "lhr"-Bild projiziert wird, das vom "heiligen" abgesondert wurde. Die Realität wird in "gut" und "böse" aufgespalten, und es findet kein Prozess statt, der diese beiden Extreme zu der Einsicht legiert: "Der Andere ist teilweise böse, aber er ist auch gut.". Dadurch wird die weitere Integration von "Wir" und "lhr"-Vorstellungen behindert. Spaltungsmechanismen sind an sich Bestandteil jeder normalen Entwicklung, da durch sie die gute Beziehung zur Mutter und zu sich selbst trotz Frustration intakt gehalten wird und das Selbst des Kindes gegen die überwältigende Zersetzung von Liebe durch Haß geschützt wird; dementsprechend teilt die pathologische Spaltung andere in "heilig" und "teuflisch" ein; sie ist der wichtigste psychische Abwehrmechanismus der Borderline-Persönlichkeitsstruktur. Das Versagen verinnerlichter Mutterbeziehungen auf dieser Entwicklungsstufe ist also der ausschlaggebende Faktor der Borderline-Persönlichkeitsstruktur. In diese Kategorien gehören mehrere Arten schwerer Charakterstörungen: Süchte, narzißtische und infantile Persönlichkeiten, schwere Perversionen und antisoziale Persönlichkeitsstrukturen. Die Borderline-Persönlichkeitsstruktur gelangt in ihrer Entwicklung zu einer Differenzierung der "Wir"-Bilder von den "lhr"-Bildern, in einem Maße, das es erlaubt, zwischen sich selbst und Anderen zu unterscheiden. Die "heiligen" und "teuflischen" Mutterbilder jedoch miteinander zu einem ausgewogenen und differenzierten Begriff von "Wir" und "Ihr" zu integrieren, gelingt dem Borderliner aufgrund primitiver Aggression nicht. Unerträgliche Angst und drakonische Schuldgefühle verhindern diese Integration. Die Abwehrmechanismen bei der Psychose sind darauf ausgelegt, die Angst vor Verschlingung und Vernichtung abzuwenden, bei Borderline-Zuständen geht es darum, Liebe und Haß voneinander zu trennen. 

Borderline-Kranke haben zwar im Gegensatz zu Psychotikern die Fähigkeit zur Realitätsprüfung bewahrt, in zwischenmenschlichen Beziehungen und beim subjektiven Erleben der Realität haben sie jedoch weiterhin große Schwierigkeiten, die aus einem chaotischen Nebeneinander von Abwehr primitiver Impulse, mangelndem Einfühlungsvermögen und Identitätszerfall herrühren.

Die Integration eines Über-lch hat auch die Funktion einer inneren Führung, wie die Eltern das Kind durch Verbote ("Das darfst du nicht") und Gebote ("Das sollst du tun") führten. Mangelt es an diesem inneren Führungssystem, führt das zu einer Abhängigkeit von äußeren Quellen der Beruhigung, des Lobs und der Bestrafung. Die Erörterung der Borderline-Pathologie führt ebenfalls zur Betrachtung von Selbstzerstörungsmustern. Innerhalb der "normalen" Entwicklung wird die nach innen gerichtete triebhafte Aggression zum und im Über-lch verarbeitet, sie wird vom Gewissen neutralisiert. Erfährt die Aggression keine solche Verarbeitung, richtet sie sich in selbstzerstörerischem Verhalten gegen die Person selbst.

Die Überich-Pathologie - Klinische Merkmale einer Borderline- Störung

"Es ist ungerecht, daß ich für mein eigenes Leben Verantwortung tragen muß. Das macht mir keinen Spaß, also sollst auch Du keinen Spaß daran haben."
Für den Borderliner ist ein Mensch nur dann interessant, wenn dieser ihm die Möglichkeit bietet, vom Borderliner als Sündenbock oder Unterdrücker (oder beides abwechselnd) in Anspruch genommen zu werden. Erst dann gibt der andere ihm etwas, nämlich einen Anhaltspunkt für seinen Masochismus oder Sadismus. Wo dies fehlt, ist für ihn auch keine Beziehung. Wird ihm dieser Beziehungspunkt entzogen, weigert sich also der andere, sich als Sündenbock oder Unterdrücker anzubieten, fühlt sich der Borderliner erst recht in seinem Haß bestätigt (denn der andere ist so gemein, die Beziehung abzubrechen) oder er wird einer grausamen inneren Leere ausgeliefert, aus der er sich wiederum nur durch abgrundtiefen Haß befreien kann.

Jemand, der etwas von dem Borderliner will, ist zugleich jemand, der dem Borderliner etwas gibt. Will derjenige nichts mehr von ihm, dann wird er solange attackiert, bis er mindestens in Ruhe gelassen werden will. Dies wiederum bedeutet grausame Versagung für den Borderliner. Er braucht das Gefühl der Macht, sei dies Allmacht oder Ohnmacht. Ersteres erlaubt ihm, letzteres rechtfertigt ihm das ungezügelte Ausagieren seines Hasses. Es ist dem Borderliner wichtiger, dem anderen zu schaden, als sich selbst zu nutzen. Er hat eine Form der Selbstbestätigung verinnerlicht, die ihn einer inneren Leere überantwortet, wenn er anderen "lediglich" helfen würde, anderen nur angenehme Gefühle entgegenbringen oder von anderen nur angenehme Gefühle empfangen würde. Im Gegenteil ist es eher so, daß der Borderliner sich eine Identität schafft, indem er andere schädigt.

Die psychische Störung der Borderline-Persönlichkeit ist begründet in der Überich-Pathologie

Der Borderline-Patient ist in seiner Persönlichkeit anti-sozial, zwischenmenschliche Beziehungen füllt er mit wahnhaften, paranoiden Verfolgungsängsten, da er jedem anderen Menschen ähnliche Neigungen zuschreibt wie er selbst sie hat. Freie Aggressionsäußerung und gewissenloser Einsatz aller nur denkbaren Mittel sind ihm für die Erreichung seiner Zwecke selbstverständlich, da er in einer Welt zu leben meint, die aufgrund solcher Mechanismen funktioniert und die ein solches Verhalten erfordert, um zu überleben. Ungezügelter Haß und schwerer Sadismus in Abgrenzung von bloßer Abgebrühtheit und Schadenfreude sind wesentliche Kennzeichen seiner Charakterstruktur. Ein Rest von normaler Ehrlichkeit in sozialen Beziehungen findet sich dort, wo er emotional unbeteiligt bleibt, bei Menschen also, die ihm sowieso egal sind.
 

Klinische Merkmale einer Borderline-Störung

Symptome » Entstehung « Pathodynamik
"Die "Borderline-Persönlichkeit im engeren Sinne" ("Borderline Personality Disorder")
Mindestens fünf der folgenden Merkmale müssen vorliegen und zwar in einer Weise, daß sie fest in der Persönlichkeit des Betreffenden verankert und kennzeichnend für das Individuum sind. Außerdem müssen entweder deutliche Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Bereich oder subjektive Beschwerden vorliegen.

  1. In mindestens zwei Bereichen, die geeignet sind, sich selbstschädigend auszuwirken, hat der Betreffende Schwierigkeiten, seinen Impulsen zu widerstehen oder sein Handeln wird unberechenbar, wie z.B. Verschwendung, Sexualität, Glücksspiel, Drogengebrauch, Ladendiebstahl, übermässige Nahrungsaufnahme, körperlich selbstschädigende Handlungen.
  2. Die zwischenmenschlichen Beziehungen des Betreffenden sind bei gleichzeitiger Intensität von Instabilität gekennzeichnet. Merkmale hierfür sind: Idealisierung, Entwertung, Manipulation (durchgängig andere Menschen für die eigenen Zielsetzungen benutzen).
  3. Häufige Wutausbrüche, dauernde Gereiztheit, mangelnde Kontrolle des Ärgers in Situationen, die die Intensität dieser Gefühle nicht rechtfertigen.
  4. Der Betreffende ist sich in Fragen bezüglich seiner Identität unsicher, z. B. "Wer bin ich", "Ich komme mir vor als wäre ich meine Schwester wenn ich gut bin", oder auch in langfristigen Zielsetzungen, Berufswahl, Freundschaftsmuster, Werte oder Geschlechts-ldentität.
  5. Schwankungen in der Gestimmtheit mit einer Dauer von einigen Stunden bis zu wenigen Tagen, die in auffälliger Weise zwischen Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Angst und normaler Gestimmtheit pendeln kann.
  6. Unfähigkeit oder Schwierigkeiten, das Alleinsein zu ertragen, was sich z.B. in hektischer Betriebsamkeit, krampfhaftem Vermeiden von Alleinsein und Niedergeschlagenheit, wenn der Betreffende allein ist, äußern kann.
  7. Der Betreffende zeigt eine Tendenz oder akute Neigung zu selbstschädigenden Handlungen, z.B. Selbstverstümmelung, häufige Unfälle, häufige körperliche Auseinandersetzungen oder suizidale Gesten.
  8.  Klinische Merkmale einer Borderline-Störung
  9. Der Betreffende empfindet ein ständiges oder lang andauerndes Gefühle von Leere und Langeweile. "(Rohde-Dachser, Christa: Das Borderline-Syndrom, 3.Aufl. Stuttgart 1983, S.242)
Weiter lassen sich folgende Merkmale häufiger beobachten:

Dezente psychotische Erlebnisse in der Form von paranoiden Vorstellungen, d.h. der Betreffende fühlt sich verfolgt, von seiner Umwelt fortdauernd mißverstanden. Typisch ist auch, daß sich Borderline-Patienten nach einer vorangegangenen Psychotherapie subjektiv schlechter fühlten.

Die anti-soziale Persönlichkeit ist nicht gleichbedeutend mit sozialer Desintegration. Im Gegenteil verfügen Borderline-Patienten häufig über eine gute soziale Integration, die allerdings von Inkontinuität gekennzeichnet ist, d.h. die einzelnen Bindungen sind intensiv, aber instabil. Die persönliche Bedeutung einer engen Beziehungsperson wird häufig abgewertet und der andere diskreditiert oder verdeckt manipulativ beeinflußt. Typische Mittel hierzu sind z.B. somatische Klagen, provokative Handlungen, oder irreführende Botschaften. Borderline-Patienten fühlen sich in ihren Beziehungen auffallend häufig verletzt oder als Opfer (masochistische Beziehung). Abhängigkeitsprobleme von Borderline-Patienten zeigen sich häufig in der aktuellen Unterstützung oder dem Erhalt von Ratschlägen und Richtlinien durch eine wichtige Beziehungsperson."(ebd. S.245)
In der neueren psychiatrischen Literatur wird das Borderlinesyndrom entweder als latente, pseudoneurotische Schizophrenie (z. B. Benedetti 1977; Süllwold 1986) oder als Persönlichkeitsstörung (Gunderson u. Kolb 1978; Spitzer u. Endicott 1979) verstanden. Das offizielle amerikanische Diagnoseschema, das DSM-3 (Köhler u. Sass 1984) beurteilt das Borderlinesyndrom als Persönlichkeitsstörung und benutzt zur Kennzeichnung folgende Merkmale:

Impulsivität oder Unberechenbarkeit im Triebbereich im Sinne der Impulsneurose, instabile zwischenmenschliche Beziehungen mit ausgeprägten Entwertungen oder Idealisierungen, heftige unintegrierte Affekte (vor allem Wutzustände und abrupt wechselnde Stimmungslagen), Gefühl des Nicht-alleine-sein-Könnens und eine depressive Isolierung, chronische Gefühle von Leere und Langeweile sowie Tendenzen zu körperlichen Selbstschädigungen.(Janssen, Paul L.:Inszenierungen der Borderlinestörung. In: Praxis der Psychotherapie und Psychosomatik 35. 1990. S.2)
 

Die Psychopatie (Soziopatie) oder: Wer mich nicht mag, den trifft der Schlag

In der Psychopathologie des Borderline-Patienten führt die aggressive Durchdringung des Größen-Selbst zu einem bösartigen Narzißmus, d.h er fühlt eine innere, "selbstverständliche" Grandiosität in Kombination mit Grausamkeit oder Sadismus und schweren paranoiden Persönlichkeitszügen. Zwischenmenschliche Beziehungen entbehren für ihn jeden gemeinverständlichen Wertes, seine eigene innere Beziehungswelt ist zerstört. Diese Menschen besitzen eine extreme und gewöhnlich nicht behandlungsfähige Über-lch-Pathologie. Eine Resozialisierung ist meist völlig aussichtslos, weil sie unfähig sind, auch nur die geringste Hilfestellung anzunehmen oder sich von anderen Menschen sagen zu lassen, was sie tun dürfen und was nicht. Sie entziehen sich somit der Einwirkung jeglicher moderner Strafmaßnahme.

Der Narzißmus (Normopatie} oder: Ich bin Gott - Beziehung als Beifall

Der Borderline-Patient sucht seinen Narzißmus zu befriedigen, indem er für sein Verhalten Anerkennung und Lob von seiner Gruppe, Partei, Nation sucht. Er ist geradezu abhängig davon, Zeichen der Bestätigung wahrzunehmen. Wird er zurückgewiesen, stellt dies eine tiefe und ernsthafte Kränkung für ihn dar. Anstatt jedoch aus einer Zurückweisung den Schluß zu ziehen, daß er sein Verhalten zu ändern habe, besteht er weiterhin darauf, Befriedigung, Verständnis und Bekräftigung der eigenen Haltung zu bekommen oder er fühlt sich derart tief gekränkt, daß er sich aus der drohenden inneren Leere nur durch körperliche Stimuli (einen Kampf anzetteln, das Stürzen in waghalsige Unternehmungen, Zufügen von Schmerzen) wieder ein Gefühl des Wirklichseins verschaffen kann.
Ein Nebeneffekt hiervon ist wiederum Aufmerksamkeit, die die Gesellschaft ihm schenkt.

Prä-ödipale psychische Entwicklungsstufen

Prä-ödipale Symptomatik oder Wer meine Gier nicht befriedigt, den hasse ich

Der Borderline-Patient ist ein außerordentlich gieriger Mensch, dessen Bild einer befriedigenden Existenz beinhaltet, daß andere alles für ihn tun, er weder Dankbarkeit noch Anerkennung zeigt und auch nicht gewillt ist, irgendwelche Verantwortung zu übernehmen. Doch dieser Mensch ist Mitglied unserer Gesellschaft. Er hat durchaus den Wunsch, geliebt zu werden, aber das bedeutet für ihn nicht, daß andere ihn als anderen erkennen und daß er einen anderen als anderen erkennt und ihn in seinem Anders-sein akzeptiert. Er möchte vielmehr, daß andere Menschen und der Staat schlechthin alles für ihn tun, daß Gesellschaft und Staat sich für ihn ändern und sich nach ihm richten, daß er gefüttert und versorgt wird. Liebe bedeutet für ihn, daß der Andere sich von ihm ausnutzen und auspumpen läßt, wie er dies einst von seiner Mutter erwartet hat.
In seiner Haltung leugnet er die Existenz aller Abhängigkeitsbedürfnisse und Bedürfnisse nach zwischenmenschlichen Beziehungen anderer wie auch die Existenz aller Verantwortung und Sorge für das Selbst und für andere.
Diese innere Haltung ist in einer milden Form als narzißtisch zu bezeichnen, die Übergänge zu einer antisozialen Persönlichkeit sind jedoch fließend. In klinischen Untersuchungen läßt sich zeigen, daß viele narzißtische Persönlichkeiten antisoziale Züge aufweisen, jedoch alle antisozialen Persönlichkeiten die charakteristischen Merkmale der narzißtischen Persönlichkeitsstruktur und dazu eine besonders schwere Störung ihrer Über-lch-Funktionen zeigen.
Denn die Nichtbefriedigung dieser Gier löst entweder Depression oder Haß aus, d.h. entweder nach innen oder nach außen gerichtete Wut. Wird die nach außen gerichtete Wut nicht durch ein Über-ich gemildert oder neutralisiert, äußert sie sich in den bekannten Haßausbrüchen, die jenseits aller moralischen Wertvorstellungen, und jeden Verantwortungsgefühls, von reinem Sadismus geprägt Symptome

Klinische Merkmale für das Vorliegen einer Borderline-Störung sind folgende Symptome:
 

  • - chronische, frei flottierende (ohne Gegenstand) Angst,
  • - Ängste, die sich vor allem auf den Körper beziehen (Angst vor Errötung, Angst vor öffentlichen Auftritten, Angeschautwerden), verbunden mit Beschämungsängsten,
  • - Zwangssymptome (d.h. der Mensch fühlt sich innerlich zu etwas gezwungen);
  • - Zwangsgedanken hypochondrischer (auf den eigenen Körper bezogen) und paranoiden Inhalts (Verfolgungsgedanken)
  • - psychische Zerfallprozesse (Traum- und Dämmerzustände, schwere   Depersonalisationserlebnisse),
  • - Depressionen (nach Zusammenbruch eines grandiosen Selbstbildes Gefühle von Hilflosigkeit oder   ohnmächtiger Wut),
  • - polymorph-perverse Sexualität (mehrere perverse Züge mit Instabilität von Beziehungen),
  • - Vorübergehender Verlust der Impulskontrolle (Alkoholismus, Kleptomanie, episodische Freßsucht,   Drogendurchbrüche, die nach dem Exzeß als befremdlich erlebt werden),
  • - meist mehrere sexuelle Beziehungen,
  • - aggressive Entwertung, Manipulation, Kontrolle,
  • - dann unterwürfige, gefügige Anpassung,
  • - häufig diffuse Beschwerden mit
  • - Leere,
  • - Sinnlosigkeit,
  • - Orientierungslosigkeit,
  •  Symptome
  • - Arbeitsstörungen,
  • - Kontaktstörungen,
  • - sexuellen Störungen,
  • - Bindungs- und Trennungsängsten,
  • - Angst vor Autoritätspersonen,
  • - (diffusen) psychosomatischen Beschwerden;
  • - Unbestimmte Angst.
Entstehung:
  • - "Wir"-"lhr" Differenzierung ist nicht zustande gekommen,
  • - Trennung, Verlust, Kränkung können nur schwer bewältigt werden,
  • - keine Internalisierung wichtiger Funktionen;
  • - mangelhafte Realitätsprüfung und - Wahrnehmung,
  • - zwischen Phantasie und Wirklichkeit kann nicht unterschieden werden,   gute und böse Objekt- und   entsprechende Selbstrepräsentanzen können sich nicht zu ganzheitlichen Repräsentanzen   verbinden,
  • - Spaltung: Gute und böse Vorstellungen von sich selbst und von anderen Menschen existieren   nebeneinander,
  • - weinerliches Anklammern - zorniges Wegstoßen ("sadomasochistischer Clinch"),
  • - Mütter weisen häufig auch Borderlinezüge auf:
  • - können ihr Kind nicht in Autonomie entlassen,
  • - sind nur liebevoll, wenn ihr Kind regressiv ihre Nähe sucht;
  • - entscheidend: Beschneidung der Autonomie mit der Frage der eigenen Existenzberechtigung   überhaupt.
Pathodynamik:
  • - gestörte Beziehungen zur Realität,
  • - Nähe zwischen Ich und Es,
  • - parasitäre Art der Beziehungen,
  • - Ich-Schwäche,
  • - kein Gewissen
  • - spezifische Abwehroperationen der Spaltung, Projektion, Introjektion (Vergl. hierzu:
Kernberg 0.: Borderline-Störungen und pathologischer Narzißmus. Frankfurt am Main 1978 Kernberg 0.: Objektbeziehungen und Praxis der Psychoanalyse, Stuttgart 1981
Klußmann, R.: Psychoanalytische Entwicklungspsychologie, Neurosenlehre, Psychotherapie. Berlin 1988.
Mahler MS.: Die Bedeutung des Loslösungs- und Individuationsprozesses für die Beurteilung von Borderline-Phänomenen, Psyche 1975 (Stuttgart) 29:1078-1095
Meissner WW.: Theoretical assumptions of concepts of the borderline personality. J Am Psychoanal Assoc 1978 26: 559-598

Autor: Julian S. Bielicki, Dipl.Psych., Psychologischer Psychotherapeut.
 


Hinweis:Gardner zur Therapierbarkeit von Kindesentfremdern:(Eltern wie Richter)

ZUM UMGANG DER JUSTIZ MIT KRANKHAFTEN PERSÖNLICHKEITSTÖRUNGEN ALS VERURSACHUNG VON SCHWER LÖSBAREN KONFLIKTEN IN SORGE.- UND UMGANGSRECHTSVERFAHREN 

(Siehe bei: Psychopathologie der narzißtischen Persönlichkeitsstörung bei Borderline-Patienten und ihre Verstärkung bei Verlustängsten)
 

Parental Alienation Syndrome (2nd Edition) 
Creative Therapeutics, Inc., Cresskill, N.J. 07626 
Prof. Dr. Richard A. Gardner, M.D. Addendum I—June 1999 

Gardner zur Therapieresistenz von narzißtisch gestörten Persönlichkeiten

Einige Gerichte verlassen sich sehr naiv auf die therapeutische Intervention, um mit PAS-FAMILIEN umzugehen. Therapie in solch einer Situation anzuordnen, ist oft ein richterlicher Rückzieher. Das hat lediglich eine Alibifunktion für den anordnenden Richter, der sich nicht dem Vorwurf aussetzen will, nichts zu tun. GARDNER  hat wiederholt dargelegt, daß ERZEUGER VON PAS, von  seltenen  Ausnahmen abgesehen, keine Kandidaten für eine Therapie sind ! Kandidaten für eine Therapie brauchen Einblick in die Tatsache, daß sie psychologische Probleme haben, und die Einsicht in die Notwendigkeit, sich zu ändern. Die gewaltige Mehrheit von PAS-ERZEUGERN erfüllen keines dieser Kriterien. Es ist ziemlich üblich, daß Familienrichter Kinder in eine Therapie bestellen und möglicherweise jedes Kind einem anderen Therapeuten zuteilen. Das ist aber gerade das, was ERZEUGER VON PAS wollen, weil die Zeit auf ihrer  Seite ist.

Die Tatsache, daß sich das Gericht auf eine Therapie verläßt, ermöglicht es ihnen erst, das Verfahren zum scheitern bringen. Zu derselben Zeit, wo die "Therapie" läuft, fährt der ERZEUGER VON PAS damit fort, das Kind zu  indoktrinieren,  gerichtliche Anordnungen zu ignorieren (und zu unterlaufen). In der Regel stellt er zu seinem Vorteil fest, daß er es sanktionslos tun kann, weil er sich auf die Untätigkeit des Richters verlassen kann, der sich nur selten traut, die von GARDNER beschriebenen, strengeren und voraussagbar wirksameren Maßnahmen anzuordnen. 
 

Literatur:
Die Borderline-Persönlichkeit
Nathan Schwartz-Salant „Die Borderline-Persönlichkeit, Vom Leben im Zwischenreich“ Walter-Verlag, Zürich und Düsseldorf, 1997, 368 Seiten, DM 49.80, ISBN 3-530-80090-2

Susan Schulze, Referat: Hilflose Helfer: Teil 2:Narzißmus, 1998

...weitere Literaturverweise zum Thema Borderline:
 

Links: 
Julian S. Bielicki, Dipl.Psych., Psychologischer Psychotherapeut.
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zum Thema "Psychologie und der Narzißmus"
Autor: Julian S. Bielicki, Dipl.Psych., Psychologischer Psychotherapeut.
Datum 00.00.0000 G*A*B - Datum: 28.09.99  Mail: "J.S.Bielicki" <j.s.bielicki@GEOD.GEONET.DE>
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