Psychologie
Vorgestellt von Reinhold Schoeler, Tel. 0421-5578189 
Freitag, 26. November 1999 
 WESER-KURIER, Seite 19 
 TAGESZEITUNG FÜR BREMEN UND NIEDERSACHSEN 

 Studie über Vatersehnsucht 
 Universitäts-Professor befragte 500 Männer in ganz Deutschland 

 (spa) Man nehme das klassische Bild einer Familie: Die Mutter bleibt zu Hause und kümmert sich um die Kinder, der Vater verdient das Geld und hat oder nimmt sich keine Zeit für seine Söhne und Töchter. „Dabei ist die Vatersehnsucht bei Söhnen - und vermutlich auch bei Töchtern - groß", sagt der Bremer Sozialwissenschaftler Gerhard Amendt. Gestern stellte der Uni-Professor vom Institut für Geschlechter- und Generationenforschung seine neue, nicht repräsentative Studie vor. Dabei befragte er 505 Männer im Alter zwischen 20 und 60 Jahren in ganz Deutschland über ihr Verhältnis zu Mutter und Vater. 

Amendts persönliche These nach der Auswertung: Die von der Gesellschaft und Partnerschaft enttäuschten Mütter suchten sich als Kompensation für Versäumtes ihren Sohn aus. Amendt, der sich immer wieder mit Studien zu „familiären" Themen ins Gespräch brachte, macht seine Erkenntnis vor allem an einer Aussäge fest: Auf die Frage „Waren Sie der geheime Vertraute Ihrer Mutter?" hätten 53,7 Prozent der Befragten dies bestätigt. Amendt: „Viele haben sich in dieser Situation überfordert gefühlt, dass frustrierte, übermächtige Mütter sich bei ihnen einen Ausgleich für entgangenes Glück suchten." 
 
So appellierte der Wissenschaftler nunmehr an die elterliche Verantwortung und an die Gesellschaft, „die Väter wieder mehr ins Visier zu nehmen. Wir müssen uns bewusst werden, wie bedeutsam Väter auch emotional für ihre Kinder sind." Es reiche nicht aus, zuverlässig Geld zu verdienen. Amendt betonte zugleich: „Wo immer ein Vater aus der Familie wegtritt oder weggetreten wird, gibt es Vatersehnsucht." Oft könnten die Kinder diese Sehnsucht aber nur durch eine Beschimpfung des Vaters ausdrücken. 
 

• Amendts Buch „Vatersehnsucht" umfasst 310 Seiten, kostet 50 Mark und ist über Amendt selbst, Sparkasse Bremen, Kontonnummer 12 12
 5407 (Bestellung durch Überweisung) erhältlich. 
Autor: Prof. Amendt, 
Datum 26.11.1999  G*A*B - Datum: 29.11.99Mail: c/o brain@gabnet.com
Verteiler: HAUPT / MÄNNER/ POLITIK / JUSTIZ / WIRTSCHAFT / LITERATUR / KUNST / TOURISMUS / PSYCHOLOGIE / PHILOSOPHIE / PHYSIK  / CHRONOLISTE
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