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Politik


Moskau, den 24.4.1998

Jelzin outet die DUMA...

...und die russischen Parlamentarier outen sich selbst, stellvertretend für alle Parlamentarier dieser Welt soweit sie demokratischer Einstellung sind, als Menschen, die zuallererst, zualleroberst an ihren eigenen Pfründen, Previlegien und deren Absicherung interessiert sind, egal aus welchen Gründen und von welchen Menschen sie gewählt wurden., und welcher Partei sie angehören.

Eine bessere Demonstration der Korrumpierbarkeit von Menschen in demokratisch gewählten politischen Spitzenpositionen ist kaum vorstellbar, und das völlig unabhängig davon, was sie ihren Wählern alles versprochen haben um gewählt zu werden. 

Jelzin hat auf subtile Weise die subtilen Denkweisen von Parlamentariern, auch und vor allem westlicher Demokratien, entblößt und den Menschen bzw. Wählern, ohne dieses Leute verarschende Seriösitätsgetue, vor Augen geführt, was sie bei den Wahlen von den hochtrabenden Selbstdarstellungen und Absichtserklärungen zu halten haben.

So brutal ehrlich wie seine Kniffe in den Allerwertesten der Damen der politischen High Society anläßlich eines Regierungsempfanges in Clinton's Amerika.

Ohne undemokratischen Staatsformen das Wort zu reden, ist doch festzustellen, daß der angeblich so senile, schwache Jelzin mehr für die richtige einstufungs- und beurteilungsmöglichkeit demokratisch gewählter Politiker durch die Bevölkerung getan hat, als alle westlichen Politiker bislang.

Alleine für diese Aufdeckung gebührt ihm der Verdienstorden aller Volksdemokratien ungeachtet seiner diktatorischen Bestrebungen und politischen Verhaltensweisen.

Sogar der Sender RTL bemüht sich in seinem Bildschirmtext vom heutigen Tage offensichtlich um "Schadensbegrenzung" durch "political correctness", und übt sich in psychologisch geschickt verdummender Formulierung wie folgt:

"...die Fraktion der Kommunisten hatte auch vor dieser entscheidenden Abstimmung Kirijenko offiziell abgelehnt. Durch die geheime Wahl war es aber offensichtlich vielen Abweichlern leichtgefallen, sich für Kirijenko zu entscheiden."

...hört sich irgendwie so an, als ob auch die Kommunisten endlich ihrem Gewissen gefolgt sind und vernünftig gewählt haben ... oder?

Dazu paßt die politische Kriese in Belgien, ausgelöst durch die Flucht Mark Dutroux's wie die Faust auf's Auge.

...irgendwie ein Tag wie fast jeder andere...

Gerhard Hanenkamp 4/98

Nachtrag:
 
Aussage von Alexander Solschenizyn am 12.06.98:

"Unsere verblödeten Machthaber vernichten die Zukunft Rußlands Im Staatsapparat grassiert Korruption und Bestechlichkeit, obwohl zu ihrer Bekämpfung immer neue Präsidentenerlasse und Gesetze verabschiedet werden." Die Macht des Geldes sei mächtiger als alle Gesetze. Bis heute interessiere sich die Führung nur für Macht. Das politische Chaos und die Gefühle und Bedürfnisse der Völker Rußlands seien ihr gleichgültig.

Bemerkung: 

Gilt die Bemerkung Solschenizyns nur für Rußland?

zu finden in:Rote Karten

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Autor: Gerhard HanenkampDatum 24.04.1998 Mail: webmaster@gabnet.com
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