Hamburger Abendblatt vom 20.05.00 von Ulrike Brendlin
Wie Schröder zum Feministen wurde

Der Bundeskanzler wagte sich vor die Frauen seiner Partei

Mut und Chuzpe kann man Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf keinen Fall absprechen. Da bekennt er sich doch frank und frei, und zwar vor Hunderten SPD-Frauen, dass er das Thema Frauenpolitik "nicht ständig im Kopf hat, aber durchaus haben sollte". Deshalb, so entschuldigte sich der Kanzler, habe er jüngst in seiner Regierungserklärung den "frauenpolitischen Aspekt" vergessen. Die Teilnehmerinnen der Bundeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF), die am Freitag in Potsdam tagten, verziehen dem Kanzler den Lapsus und applaudierten ihm. Damit ersparten sie ihm das Schicksal des früheren SPD-Kanzlers Helmut Schmidt, der sich 1977 in die Höhle der "Löwinnen" getraut hatte und ausgepfiffen wurde. Schließlich hat der derzeitige Regierungschef den Frauen schon einige Wünsche erfüllt, etwa die Verbesserung des Erziehungsgeldes.

Auch kündigte der Kanzler noch weitere Fortschritte für Frauen an. Dafür fand Schröder die schöne Formulierung "auch die Gleichstellungspolitik muss sich neuen Herausforderungen stellen". Denn die Einstellungen, insbesondere junger Frauen zu Arbeit, Familie, Beruf und Karriere, so fuhr er fort,
hätten sich gewandelt.

Das habe er jüngst auf dem Deutschen Unternehmerinnentag gespürt. "Dort saßen wirklich junge, selbstbewusste Frauen, die genau ihre Ziele und Rechte kennen und bereit sind, für das zu kämpfen, was sie erreichen wollen." Wütender Protest der Frauen: "Das tun wir seit Jahren!" Schröder entschuldigte sich ein zweites Mal, verwies darauf, dass das Manuskript von der Frauenabteilung der SPD stamme.

Doch im Redetext war das Wörtchen "wirklich" gar nicht zu finden. Doch auch dieser Fauxpas geriet schnell in Vergessenheit. Denn nun strich der Kanzler heraus, warum er jetzt die Frauen entdeckt habe. Weil, so betonte er mit unverkennbarem Stolz in der Stimme, die "Chancengleichheit ein schlichtes
Gebot ökonomischer Vernunft" sei. Ja, die Chancengleichheit sei eine Bedingung für die "volle Entfaltung der Innovationskraft und Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft".

Dass Schröder den SPD-Frauen heutzutage mehr Aufmerksamkeit schenkt, weil an der Spitze der CDU eine Frau, nämlich Angela Merkel, steht, mochte der Kanzler natürlich nicht eingestehen. Stattdessen strich er heraus: Eine Schwalbe mache noch keinen Sommer. Aber, so raunte eine SPD-Frau, eine
Schwalbe kündigt den Sommer an.

Die Äußerung hatte der Kanzler zwar nicht gehört, dennoch machte er den Frauen Hoffnung auf mehr Posten in wichtigen Funktionen. "Da könnte man noch etwas verbessern." Auch sollten künftig sämtliche Gesetze auf frauenpolitische Aspekte hin abgeklopft werden, versprach Schröder. Jubel und Applaus. Den Wunsch der Frauen, das Ehegattensplittung endlich abzuschaffen, schmetterte er jedoch ab. Wieder entschuldigte er sich, dieses Mal für sein striktes Nein. Allerdings mit so viel Charme, dass die Frauen
dem Kanzler - da war er schon unterwegs Richtung Paris - den ehrenvollen Titel "Feminist" verliehen

 

Kommentar mit  Frage zu meiner SPD-Mitgliedschaft.

Ich selbst tendiere seitdem dazu, dieser Partei SPD und ihrem Chef-Feministen Gerhard Schröder den Rücken zu kehren, meine Mitgliedschaft aufzukündigen und mit ganzer Kraft die SPD als Regierungspartei zu bekämpfen. Andererseits würde ich damit die SPD tendenziell den Feministen  ganz überlassen und die wenigen Nichtfeministen in der SPD zusätzlich schwächen. 

Nachdem sich diese Partei ohnehin schon als asozial geoutet hat, jetzt das

Ich stelle hiermit meine Mitgliedschaft in der SPD zur Disposition und bitte alle Nichtfeministen in der SPD mir mitzuteilen ob es sinnvoller wäre die Partei zu verlassen und sie von ausserhalb zu bekämpfen oder ob es doch noch möglich ist, den Kampf gegen die Feministen mit Schröder als ihrem Chef-Feministen innerhalb unserer Partei auszutragen. Der ehemaligen hehren Ziele wegen tut es mir in der Seele weh, aber was zu viel ist, ist zu viel und der Point of no return ist erreicht.

Ich bitte um argumentative pro und kontra Austritts-Zuschriften  per Mail Gerhard@hanenkamp.de oder Brief an Gerhard Hanenkamp, Surwold, Schulstr.80. Tel.: 04965914914 um danach meine Entscheidung an dieser Stelle bekannt geben zu können.

Zuschriften und Vorschläge weiterer Austrittswilliger sind ebenfalls willkommen, zwecks Aufbau besserer Alternativen.
Anregungen und Unterstützung zum Aufbau einer ausserfeministischen Oppositionsbewegung sind von verantwortungsbewußten denkenden und vernünftigen Nichtfeministen  beiderlei Geschlechts zwecks konstruktiver Zusammenarbeit herzlich willkommen.

Ich hoffe auf rege Beteiligung, vielen Dank.

Gerhard Hanenkamp 21.5.2000

 Datum: 
        Sun, 21 May 2000 15:17:24 +0200
    Von: dmbhaefk@t-online.de (dieter mark)
     An: <brain@gabnet.com>,
        Sun, 21 May 2000 15:17:24 +0200

Hallo Gerhard,
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Ich schließe mich nach 34 Jahren SPD Mitgliedschaft den Ausführungen voll an.
In bin zu einer Zeit in die Partei eingetreten wo die Federführung bei MÄNNERN wie Helmut Schmidt, Georg Leber und Willy Brand lag. Die haben noch im Sinne des Volkes unter Beachtung des Grundgesetzes gearbeitet. Sie klebten nicht, mit Sekundenkleber an ihren Stühlen, weil sie keine Berufspolitiker waren, sondern ordentliche Zivilberufe hatten, wo sie auch noch ggf. ihr Brot verdienen
konnten.
 
Das hat sich alles geändert. Die sog. Männer in der SPD ordnen sich bedingungslos jeder 
feministigen Forderung unter. Hauptsache sie dürfen weiter auf ihrem Stuhl artig sitzenbleiben.
 
Dieter Mark

Autor:Gerhard Hanenkamp
Erstellungsdatum 00.00.1999 G*A*B - Datum: 21.05.2000   Mail: brain@gabnet.com
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