VÄTER IM EXIL


Oberlandesgericht Hamm Heßlerstraße 53 59065 Hamm 

In der Sache Dr. Lalik / Kolberg 3 UF 183/97 erwidere ich auf den gegnerischen Schriftsatz vom 05.06.1998 wie folgt: 

Da ich der deutschen Sprache nicht ganz fehlerfrei mächtig bin, habe ich einen deutschen Freund um Korrekturen gebeten, so daß ich nicht sofort auf den gegnerischen Schriftsatz antworten konnte.

Der polemisch-fragmentarische Schriftsatz offenbart in seiner Oberflächlichkeit und Dürftigkeit alte Symptome des "hektischen Prozessierens", wie es Dr. Hans Franzen als Konsequenz der Rentabilität der anwaltlichen Prozeßpraxis beschrieben hat (NJW 1982, 1854). An die Stelle fehlender Sachargumente tritt das triviale persönliche Niedermachen des Prozeßgegners mit der Behauptung, dieser ignoriere alles, "was seiner verqueren Meinung nicht Rechnung trägt".

An die Stelle hinreichenden Befassens mit geschichtlichen Sachverhalten, insbesondere hinsichtlich der Rolle der Justiz in der deutschen Vergangenheit,wird eine Stellungnahme als überflüssig behauptet. Diese behauptete Überflüssigkeit einer sachlichen Stellungnahme spekuliert auf eine stillschweigende gleichartige Einschätzung durch das Gericht im juristischen exprit de corps. Der dabei unterstellte fehlende Realitätsbezug kennzeichnet die Realitätsferne der Verfasserin dieses Pamphlets, das schon die sorgerechtliche Gerichtspraxis gegenüber Juden im NS-Staat nicht kennt oder nicht kennen will.

Ingo Müller berichtet: "Das Sorgerecht für die Kinder wurde bei der Scheidung von 'Mischehen' stets dem 'arischen' Elternteil übertragen, auch wenn dieser alleinschuldig war, obwohl es nach dem Gesetz grundsätzlich dem nichtschuldigen Teil zuzusprechen war" (Furchtbare Juristen, München 1987, 125).

In diese rechtsferne Schablone hat die heutige deutsche Rechtspraxis den Mann eingestellt mit der ebenso rechtsfernen Formel: Kinder zur Mami - Papi bezahlt. Ob eine Entrechtung rassisch oder geschlechtsspezifisch strukturiert ist, ist evidenterweise bedeutungslos; relevant ist allein der rechtswillkürliche Akt der Entrechtung.

Worin besteht diese Entrechtung?

Entrechtung liegt vor, wenn Entscheidungen gegen kodiertes Recht ergehen. Im NS-Staat verlor in der erklärten Weise der schuldlos geschiedene Jude entgegen dem damals geltenden Recht die elterliche Sorge. Heute verliert in Deutschland der Mann und Vater diese elterliche Sorge, obwohl sich im Gesetz dafür nicht der geringste Ansatz findet. Gesetz ist in der BRD seit 1980 die "partnerschaftliche Erziehung" (§ 1626 II BGB). In der zugehörigen Gesetzesbegründung wurden Erziehungs-Ziel und Erziehungs-Stil expressis verbis artikuliert. Erziehungs-Ziel: Entwicklung des Kindes zur selbstverantwortlichen Persönlichkeit Erziehungs-Stil: Partnerschaftliche Erziehung (BT-DRUCK 7/20650 s. 16). Darin heißt es: "Wichtigstes Ziel jeder Erziehung ist die Entwicklung des Kindes zur selbstverantwortlichen Persönlichkeit" (Hervorhebung von mir). Demnach gibt es nach dieser legislativen Order nicht wahlweise verschiedene Erziehungs-Ziele, sondern das Ziel jeglicher Erziehung muß auf diese kindliche Entwicklung gerichtet sein.

Ganz im Widerspruch zu dieser gesetzlichen Order ist in allen bisherigen Verfahren diese legislative Vorgabe an keiner Stelle auch nur erwähnt und noch weniger beachtet und mein diesbezügliches Vorbringen ist richterlich unter Versagung rechtlichen Gehörs ignoriert worden. Wenn die gegnerische Anwältin diese komplexen Sachverhalte glaubt mit Trivial-Polemik mit Spekulation auf eine gerichtlich adäquate Denkart ausklammern zu können, so offenbart sie damit nur eigene Rechtsunkenntnis in ihrer Eigenschaft als selbständiges Organ der Rechtspflege. In Kenntnis der erzieherischen legislativen Vorgaben und Intentionen mußte die gegnerische Anwältin ihre Mandantin gemäß ihrer Beratungs- und Belehrungspflicht (BGH DNotZ 1970, 48: Der RA ist "zur allgemeinen, umfassenden und möglichst erschöpfenden Belehrung verpflichtet") nach vorausgehender Sachverhalts-aufklärung und Rechtsprüfung über die Inhalte partnerschaftlicher Erziehung und die erzieherische Ausrichtung auf das legislativ postulierte Erziehungs-Ziel aufklären.

Aus dem flüchtigen Schriftsätzchen nach Art des "hektischen Prozessierenes" sind nicht einmal andeutungsweise diese legislativen Vorgaben erkennbar. Das "Kindeswohl" interessiert dieses Exemplar eines unabhängigen Organs der Rechtspflege offenkundig nicht, obwohl auch der Anwalt dem Gesetz gegenüber verpflichtet ist. Ersatzweise kompensiert diese RAin diese exorbitanten Kenntnisdefizite mit der Projektion dieser Defizite in die Person des Gegners, dem sie jene "verquere Meinung" unterstellt, die möglicherweise ihre eigene Verfaßtheit offenbart. Typisch deutsche Affinität zur "autoritären Erziehung"

Der Richter und Rechtsprofessor Uwe Diederichsen hat noch zehn Jahre nach Inkrafttreten des § 1626 II BGB im Palandt gegen die "partnerschaftliche Erziehung" polemisiert und offen für die autoritäre Erziehung mit untauglichen Argumenten votiert (vgl. dazu ZfJ 6/98, 246 f.)'.

Die Persönlichkeitsstruktur des Juristen im allgemeinen und die des Gerichtsjuristen im besonderen ist in der Literatur vielfach beschrieben. Von Kaupens Psycho- und Soziogramm des Juristen in seiner Dissertation von 1969, über W. Weyrauchs "Gesellschaftsbild des Juristen" bis zu Fernande Wassners Essay in der FAZ v. 1. Nov. 1986: Ein hoffnungslos unglücklicher Beruf. Wassner erklärt darin den Gegensatz der Juristen zu anderen Professionen: "Doch einen Berufsstand mit einem kollektiven seelischen Minderwertigkeitskomplex gibt es tatsächlich, denjenigen der Juristen". Die spezifische erzieherische Vorprägung des Juristen, die insbesondere Kaupen untersuchte, prädisponiert diesen nahezu alternativlos für die Tätigkeit in der Organisationsform Bürokratie als der "institutionalisierten Übermutter". Dieser spezifische Sozialisations­prozeß versperrt den erfahrungsgemäßen Zugang zu den erzieherischen Implikationen "partnerschaftlicher Erziehung" und dem erklärten legislativ postulierten Erziehungs-Ziel. Die partnerschaftliche Erziehung ist vergleichbar dem motivationalen Führungs-Stil innerhalb "lebensfähiger Systeme" wie den unsubventionierten Wirtschaftsunternehmen, die jene selbstverantwortliche Basispersönlichkeit voraussetzen, wie sie der Intention des § 1626 II BGB entspricht. Diese erfahrungsgemäßen erzieherischen Erkenntnisse fehlen den nicht im partnerschaftlichen Erziehungsgeist Erzogenen, so daß vor diesem Hintergrund die erklärte pervertierte erzieherische Sicht des Uwe Diederichsen im Palandt ebenso verständlich erscheint wie die sachfremden Polemiken der Gegenanwältin.

Um diese spezifisch deutsche Problematik erzieherischer Auffassung überhaupt verstehen zu können, muß die autoritär strukturierte Tradition in Deutschland berücksichtigt werden. Einsichtige Juristen beschreiben selbst diese Zusammenhänge. So sagt der Jurist Walter Weyrauch: "Das Kollektivporträt der Juristen hinterläßt den Eindruck einer unsicheren Persönlichkeit. Es ist möglich, daß bestimmte Momente der juristischen Ausbildung für Personen anziehend sind, denen es an innerer Sicherheit fehlt (ein Produkt nicht "partnerschaftlicher Erziehung". JL). Wenn man an seiner Begabung und Vitalität zweifelt, kann einem die Ranghierarchie der juristischen Berufe bestätigen, daß zumindest der äußere Erfolg nicht versagt geblieben ist (Weyrauch aaO. S. 304, 306). Diese Charakterisierung könnte beliebig fortgesetzt werden. Hier aber geht es nur darum, ein Problem rational verständlich zu machen, das primär auf emotionaler Erfahrung basiert und das daher rein rational nur schwer vermittelbar ist.

Ich glaube es war der Gießener Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter, der einmal gesagt hat: Nur "kranke Manager besuchen Managerkurse"; richtigerweise bedürften sie der Psychotherapie. Diese richtige Feststellung besagt, daß bei völlig intaktem Intellekt erzieherisch vermittelte defizitäre Persönlichkeit­strukturen vorliegen, die aus nicht partnerschaftlicher (autoritärer oder überbehüteter) Erziehung entstanden sind und deshalb nur durch Psychotherapie beseitigt werden können - wenn überhaupt. Richtig an dieser Feststellung ist ferner, daß solche erzieherisch erworbenen Defizite, die sich in fehlender Führungseigenschaft innerhalb lebensfähiger Systeme manifestieren, nicht seminaristisch in Managerkursen eliminiert werden können, da sie nicht primär mit dem Intellekt korrespondieren, sondern mit der emotionalen Persönlichkeitstruktur, wie sie in erzieherischer Erfahrung herangebildet wurde.

Alice Miller hat diese erzieherisch angelegten Fehlentwicklungen umfassend beschrieben in: Am Anfang war Erziehung. Noch deutlicher hat Professor Hans Sobald diese verfehlten Erziehungspraktiken beschrieben in: Momism (1978); deutsche Ausgabe: "Ich will ja nur Dein Bestes!" - Fehlentwicklung durch Mutteregoismus; München 1984). Professor Arno Gruen hat dargelegt, daß Hitler dieses Potential an erzieherisch zu außengelenkten Deformierten schon vorgefunden hat. Gruen bezeichnet diese Außengelenkten als "Fußsoldaten der psychopathischen Führernaturen..." (Der Wahnsinn der Normalität. München 1998, 184). Die auf sie selbst zurückwirkende polemische Tirade der Gegenanwältin verharmlost diese auch international relevante Dimension der heutigen Sorgerechtspraxis in Deutschtand und pervertiert die gesetzlichen Entscheidungsprämissen mit ersatzweise angebotenen polemischen Angriffen auf den Gegner.

Der Kommentierung meines Weggangs aus Deutschland mit fehlendem Realitätsbezug durch die Gegenanwältin zeigt, wie sehr die Affinität in Deutschland zu autoritären Erziehungsformen tradierter Denkweise entspricht. Selbst die Ablaufprozedur der Entrechtung der Väter ähnelt der Entrechtungsmechanik gegenüber Juden im NS-Staat. Jüdische Anwälte konnten nicht Mitglied der Anwaltskammern werden. Um ihnen aber auch die sonstige Berufsausübung zu verunmöglichen, wurde das heute noch geltende Rechtsberatungsgesetz erlassen. Heute wird Vätern in der BRD das elterliche Sorgerecht unter Mißachtung der legislativen erzieherischen Entscheidungsvorgaben entzogen und diese insoweit gänzlich willkürlich zu reinen Zahlvätern denaturiert, so daß vorbekannt diese wegen willkürlicher Umstrukturierung der Einkommensverhältnisse und natürlicher Demotivation innerhalb lebensfähiger Systeme ihren Arbeitsplatz verlieren, zum Sozialfall werden und in der Folge auch die gerichtlich separierte Restfamilie. Auf diese Mechanik hat der damalige bayerische Soziatminister Dr. Gebhard Glück schon vor zehn Jahren hingewiesen (dpa-Meldung vom 23./ 24.07.1988). Zur Weiterexistenz mußte der Jude den NS-Staat verlassen. Wer als Vater in der BRD nach der erklärten Entrechtung weiterexistieren will, muß die BRD verlassen.

Das ist die Realität - und der fehlende Realitätsbezug, den mir die Gegenanwältin unterstellt, kennzeichnet auch insoweit nur sie selbst. Außerdem bin ich im Besitz des vorläufigen Sorgerechts für meinen Sohn legal ausgereist. Die erzieherische Uneignung der Mutter zum Alleinerziehen ergibt sich aus deren Biographie und fällt insoweit unter unverschuldetes Versagen. Die Eltern der Mutter waren ebenfalls geschieden und sie ist mit 13 Jahren der Mutter weggelaufen, mit 17 Jahren ist sie ganz zu ihrem Vater gezogen, weil dieser ihr "mehr Freiheiten ließ", was auf autoritäres Gefuchtel der Mutter schließen läßt. Das habe ihr die Mutter verübelt. Ihre Mutter habe durch die Scheidung "nur gewonnen". Vorher hat sie ihre Mutter nur als "kreischendes Bündel in der Küche" erlebt (Gutachten Madeia/Heimel v. 23.07.1992 - 50 F 56/91 AG Bochum).

"Die Folgen einer Scheidung für das Kind sind weitreichend und vielfältig. Sehr häufig wirkt sich dies auf die Entwicklung des kindlichen Selbstwertgefühls aus" (Arntzen, München 1994, 28). "Auch wird die Elternehe für das Kind zum unbewußten Ur- und Vorbild der eigenen Ehe: Psychologen gehen davon aus, daß Kinder ohne gesunde Elternbeziehung selbst schlechte Eltern werden" (Goldstein, Freud; Solnit). Diese Biographie der Mutter ist der Boden, auf dem sich Persontichkeitsstörungen entwicklen, z.B. die als Borderline-Syndrom bezeichnete Persönlichkeitsspaltung.

Das erklärte gestörte Selbstwertgefühl des sogenannten Scheidungskindes und die daraus resultierenden Verhaltensmuster der Antragsgegnerin offenbart das Gutachten vom 23.07.1992 serienweise. S. 27: Hier beklagt die Antrags­gegnerin den geringen Respekt der Kinder ihr gegenüber und daß sie keine "Autoritäts­person" sei - also das Fehlen jener Souveränität, die selbst­verantwortlichen Persönlichkeiten im Sinne der legislativen Intentionen zu § 1626 II BGB eigen ist. S. 29: Die aus dem gestörten Selbst­wert­gefühl resultierende Ich-Schwäche wird mit Grandiosität und Niedermachen des Partners kompensiert. "Der Neurotiker versucht, andere zu beherrschen" (Sebatd/Krauth: "Ich will ja nur Dein Bestes!" - Fehlentwicklung durch Mutter­egoismus. München 1984, 21).

Dort sagte sie: "Ihr Mann sei jetzt in seiner Eitelkeit und Männlichkeit angegriffen, dies merke man z.B. schon daran, daß er gar nicht damit zurechtkomme, daß sie ihn als Facharzt für Neurochirurgie verlassen habe und ihr neuer Freund nur städtischer Angestellter sei". Sie hat also nicht den Ehemann verlassen und die Familie zerstört, sondern den Facharzt erklärterweise damit treffen wollen, daß sie ihn mit einem neuen Partner mit relativ niedrigerem Sozialprestige betrog. Als die Tochter Lisa 9 Monate alt war, zog die Antragsgegnerin in deren Kinderzimmer mit der erklärten provokativen Absicht, ihr Ehemann sollte etwas dagegen unternehmen. Aus solcherart abwegigen Verhaltensmustern der Antrags­gegnerin schloß sie, daß "die Ehe von vornherein nicht funktioniert habe". S. 30: Zu ihren erzieherischen Intentionen erklärte die Antrags­gegnerin: "Bei ihr könnten die Kinder aber den ganzen Tag machen, was sie wollten..." Das gerade ist nicht die "partner­schaftliche Erziehung", die nach den legislativen Vorgaben des § 1626 II BGB zur selbst­verantwortlichen Persönlichkeit erziehen soll, sondern der chaotische Laissez-faire-Stil der Nicht-Erziehung. Passend dazu war es der Antragsgegnerin auch "egal. ob (der Vater) den Kindern am Wochenende Zucker in den Hintern blase" - wobei anscheinend hier auch noch die vulgäre Diktion die Divergenz des Sozialisiationsprozesses in Relation zum Ehemann in dem Sinne signalisieren sollte, wie es schon ihrer erklärten Absicht mit ihrer neuen Bekanntschaft entsprach S. 32:

Die Ehe sei nie "lebendig" gewesen, erklärt die Antragsgegnerin. Was darunter zu verstehen ist und welche Reaktionen sie auf ihre abwegigen Verhaltensmuster erwartet hat, bleibt unerklärt. Alleiniger Maßstab ist die eigene Befindlichkeit, die aus den eigenen frühen psychischen Störungen aus dem erfahrenen Elternbild stammt. S. 33: Aus der schon erklärten erzieherisch erworbenen psychischen Insuffizienz wurde zur Kompensation anstelle einer medizinischen Psychotherapie vom Ehemann ein kompensierendes "Aufbauen" erwartet. S. 34: Während vom Ehemann die Kompensation aller Implikationen der psychischen Insuffizienz erwartet wurde, war das eigene soziale Engagement der Antragsgegnerin innerhalb der Ehe so extrem gering, daß sie nicht einmal über die bestehenden Verbindlichkeiten orientiert war.

Die Störung in ihrem Sozialverhalten aber zeigt ihr erklärtes Wissen um die prekäre finanzielle Lage des Ehemannes aus den durch sie ausgelösten zusätzlichen Belastungen, gleichwohl pervertiert sie diese Konstellation ins kuriose Gegenteil, der solcherart durch sie ins finanzielle Aus gedrängte Ehemann beabsichtige umgekehrt "sie zu treffen". Diese Verzerrung im logischen Denken offenbart die Antragsgegnerin auch mit der Erklärung zu der finanziellen Doppelbelastung des Ehemannes auf S. 36: "In dieses finanzielle Fiasko habe er sich aber selber hereinmanövriert und er habe auch schon vor der Ehe eine Menge Schulden gehabt". In der spezifischen psychischen Verfaßtheit der Antragsgegnerin sind es immer andere, die für alle Wechselfälle des Lebens verantwortlich sind, das entbindet völlig von der eigenen sozialen Verantwortung und rechtfertigt zugleich auch die eigenen asozialen Verhaltensmuster. Nach dieser asozialen Chronologie ist der Ehemann allein schuld daran, daß die Ehe nicht "lebendig" war, daß die Ehefrau nach provozierenden Eskapaden (Wohnen bei der 9 Monate alten Tochter; S. 39: drei Jahre "in einem anderen Zimmer geschlafen und auch nicht mit ihrem Mann geschlafen" hat,) folglich sich einen neuen Partner suchen mußte et cetera. S. 38: Das Reaktionsmuster aus psychischer Insuffizienz - "der Neurotiker versucht, andere zu beherrschen" -, und die implizite Asozialität im Denken und Handeln wird auch hier manifest.

Neben dem Nicht-Durchstehen-Können von Angefangenem (Second-Hand-Shop) erklärte die Antragsgegnerin freimütig: "Sie könne zwar jetzt, da die Kinder im Kindergarten bzw. in der Schule seien, eine Arbeit annehmen, aber das wolle sie nicht. Dies sei einfach eine Reaktion darauf. was ihre Mann ihr schon angetan habe und ihr unterstellt habe". Was das gewesen sein soll, bleibt unerklärt, wesentlich ist auch hier nur die erklärte asoziale Grundhaltung: Für alles sind andere verantwortlich und jedes eigene Tun wird durch die Fremdverantwortung gerechtfertigt. Ein geradezu sadistischer Anflug spricht aus der von der Antragsgegnerin genüßlich beobachteten Wirkung des von ihr inszenierten finanziellen Fiaskos des Ehemannes: "Wenn sie sich vorstelle, daß sie in seiner Situation wäre, würde sie auch im Karree springen". Nur an einer Stelle keimt in der Antragsstellerin die Einsicht auf, "sie eigne sich wohl nicht für eine Partnerschaft. Vor ihrer Ehe habe sie auch schon eine Partnerschaft gehabt, die kaputtgegangen sei, weil es keine Distanz gegeben habe". Diese Einsicht kennzeichnet die Struktur der Borderline-Persöntich-keit. Diese ist "zwischen symbiotischen Anklammerungstendenzen mit der einhergehenden Angst vor dem Ich-Verlust und der aggressiven Distanzierung, verbunden mit der Angst vor dem Beziehungsverlust und der Verlassenheitsdepression, hin- und hergeworfen. (Diese) kann also nicht mit (ihrem) Partner, aber auch nicht ohne (dem) Partner leben. Aus diesem Grund nennt man das Beziehungsmuster beim Borderline-Syndrom stabil-instabil, d.h. das einzig Stabile in der Beziehung ist die chaotische Instabilität" (K. Stauss: Neue Konzepte zum Borderline-Syndrom. Paderborn 1994, 88).

Die eigenen Angaben der Antragsgegnerin im Gutachten vom 23.07.1992 erklären sämtlich deren psychische Verfaßtheit, die dieser Charakterisierung entspricht. S. 39 Die Pervertierung des Denkens als Manifestation des Borderline-Syndroms (frühe Störungen), das Ursache und Wirkung verkehrt, offenbart das hinterfragte "Vernichtungsgefühl" ihres Mannes. Dazu erklärte die Antragsgegnerin als vom "Minderwertigkeitskomplex" ihres Mannes resultierend, den sie damit erklärte: "sie habe drei Jahre in ihrer Ehe in einem anderen Zimmer geschlafen und auch nicht mit ihrem Mann geschlafen, dieser habe aber nie etwas gesagt und sei vollkommen gleichgültig gewesen". Was die Antragsgegnerin erwartet hat, bleibt unerklärt. Mit rationaler Argumentation war auch dieses willkürlich inszenierte Problem nicht lösbar, denn "einem Menschen, der unter dem Primat emotionaler Ansprüche steht, kann man nur auf der Ebene der Emotionatität begegnen - vielleicht auch überzeugen. Niemals aber über Logik" (R. Lay: Führen durch das Wort. Frankfurt/Berlin 1989, 81). Rational erklärbar waren nur die projektiven Phantasien der Antragsgegnerin. "In der Beziehung wird das Objekt der Projektion gezwungen, auf die projektiven Phantasien des anderen zu reagieren. So wird der andere, ohne es zu merken, zu einer Quelle für die Gefühle und der inneren Repräsentanzen desjenigen, von dem die Projektion ausgeht" (K. Stauss, aaO. S. 80) S. 40:

Für die Borderline-Persönlichkeit "ist ein großer Teil des Lebens eine unbarmherzige, emotionale Achterbahnfahrt ohne offensichtliches Ziel" (Kreismann/Strauss, München 1992). Dieser Persönlichkeits-Typus "ist im Kern bindungsunfähig... Zwischen ihren Stimmungs­schwankungen führen diese Menschen ein relativ normales, unauffälliges Leben" (Kreismann/Strauss). Diese abnorme und auch rational nicht kontrollierte Gefühlswelt offenbart die Antragsgegnerin auch hier: "Ihr Mann habe ein Haus, eine Frau und zwei hübsche Kinder gehabt (sie!), eben das, was er immer habe aufbauen wollen, und dann sei von einem Tag auf den anderen jemand gekommen und habe gesagt 'Schluß, aus'". Der familien­orientierte Aufbauwille des Antrag­stellers kontrastiert einerseits zu dem an anderer Stelle (S. 38) behaupteten ihr Antuns durch ihren Mann, und zum anderen fällt die Darstellung in der dritten Person auf: da ist "jemand gekommen" - also nicht die Antrags­gegnerin, sondern eine dritte Person, die ganz überraschend, von einem Tag auf den anderen, also für die Antragsgegnerin selbst unbegründet, das Aus verkündete.

Bei solcherart tiefsitzender Ich-Schwäche wird alles geneidet, sogar die Normalität des Aufbauens einer Familie und eines zugehörigen Existenz­rahmens. Im Einreißen einer solchen Familie und des zugehörigen Existenz­rahmens wird dann das Anliegen der neurotischen Persönlichkeit, andere zu beherrschen, als Grandiositäts­erlebnis ausagiert. Genüßlich bemerkte die Antrags­gegnerin dazu selbst: dies habe "ihn tief in seinem Ego getroffen. Er habe studiert, sich hochgearbeitet, und nun stehe er vor dem Nichts". Der Neidkomplex, "er habe studiert, sich hochgearbeitet", ist Antriebsmotiv für das willkürliche Einreißen all dessen und auch der Familie. Genüßlich beschreibt die Antrags­gegnerin ihr Werk selbst: "und nun stehe er vor dem Nichts". Die Antrags­gegnerin selbst aber "könne sich jetzt bequem zurücklehnen, da er ja beim Jugendamt, beim Richter und überall unten durch sei". In einem ähnlichen Grandiositätsgefühl mögen wohl die Arier im NS-Staat sich bequem zurückgelehnt haben, wenn bei der Scheidung von "Mischehen" der nach damaligen Recht schuldlos geschiedene Jude das Sorgerecht verlor und dieser Jude auch beim Jugendamt, beim Richter und überall unten durch war. Ein geradezu klassisches Beispiel von Verhaltens­mustern der Borderline-Persönlichkeit: "Das Dilemma der Therapie besteht aber darin, daß der Patient sich zwar nach einer Beziehung sehnt, aber vieles unternehmen wird, um diese Beziehung zu zerstören... Beziehungs­konstanz kann der Patient jedoch nur lernen, wenn er eine tragfähige therapeutische Beziehung erlebt, in der seine unbewußten Versuche, die Beziehung zu zerstören, konfrontiert werden, und in der er dazu angehalten wird, gesundes Beziehungs­verhalten zu lernen" (K. Stauss, aaO. S. 86). Die Antrags­gegnerin erkannte sogar selbst ihre Beziehungs­unfähigkeit. S. 45/46:

Die Unbewußtheit des Handelns der Borderline-Persönlichkeit hat kein Verständnis für die Wirkungen des Tuns gegenüber dem anderen. Daher hatte sie erklärterweise auch "einfach keine Lust mehr, sich diese Vorwürfe - 'Du hast mich vernichtet, was hast du mir und den Kindern angetan' - dauernd anzuhören. Testpsycholgisches Ergebnis Abgesehen davon, daß nach dem Psychologie-Professor U. Jopt die Tests für die erzieherischen Belange ohnehin irrelevant sind - Jopt spricht von Humbug -, ist die gutachtliche Feststellung, die Antragsgegnerin entspreche dem Bild "einer eher zufriedenen, wenig belasteten, ruhigen und stabilen Persönlichkeit", geradezu grotesk falsch.

Wie bereits unter den Stichworten "Omnipotenz und Entwertung" erklärt, kompensiert die Borderline-Persönlichkeit Gefühle der Unsicherheit und Minderwertigkeit durch narzistische Größenwahnphantasien, auf die sie sich zurückziehen kann. Dadurch wirken diese Persönlichkeiten "zufrieden, wenig belastet" - die heiße Kartoffel ist weitergegeben mit Entlastungs­effekt -, "ruhig, stabil, distanziert", wie das Gutachten ausweist, nämlich distanziert zu selbst inszenierten Zerstörungs­wirkungen. Straftaten "Aus Straftaten, die Bedeutung für die Erziehungs­tauglichkeit haben, haben wir auf eine fehlende Erziehungs­eignung geschlossen" (OLG Hamm, FamRZ 1967, 412-414). Auf S. 23 des Gutachtens vom 23.07.1992 erklärt die Antragsgegnerin offen, daß sie mit den Kindern ausgezogen sei, über diese wie über eigene Möbel verfügte und damit den sträflichen Tatbestand der Kindesentziehung erfüllte.

Weder die Gutachter noch das Gericht würdigten in Widerspruch zu der zitierten Feststellung des OLG Hamm und der verfahrens­rechtlichen Offizial­maxime diese offenkundige Erziehungs­uneignung, obwohl dieses Handlungs­muster dem Grundprinzip der Altero­zentriertheit partner­schaftlicher Erziehung im Geiste der legislativen Intentionen des § 1626 II BGB widerspricht. Auch diese Gerichtspraxis erweckt Assoziationen zur sorgerechtlichen Praxis der NS-Justiz gegenüber Juden bei der Ehescheidung von "Mischehen". Richterliches Erziehungs­verständnis und dubiose Vorgänge

Das erste Gutachten wurde am 23.07.1992 erstellt - drei Monate vor der gerichtlichen Beauftragung, die am 02.10.1992 erfolgte, wie das Gutachten ausweist. Relevante Anknüpfungs­tatsachen wie die legislativen Vorgaben zu Erziehungs-Ziel und Erziehungs-Stil waren nicht Teil des Gerichts­beschlusses. Insoweit hatte der auftrag­gebende Richter sich selbst von seiner Bindung an das Recht befreit und diese Selbst­entbindung auch an den Gutachter weitergegeben, so daß dieser willkürlich und nach eigenem Gusto oder möglicherweise im Sinne einer Erwartungs­haltung des auftrag­gebenden Richters die Erziehungs­eignung beurteilen konnte. Der Beweis­beschluß enthielt die rechtsferne Frage, "ob der Vater oder die Mutter besser geeignet sind (sie!), die elterliche Sorge auszuüben". "Soweit der Sachverständige aufgrund seines Fachwissens bestimmte Tatsachen feststellen soll, hat das Beweisthema nicht nur diese Tatsachen als solche zu bestimmen. Vielmehr sind im Beschluß auch die Tatsachen zu benennen, die der Sachverständige als gegeben anzunehmen hat" (Klaus Müller: Der Sachverständige im gerichtlichen Verfahren. 1988, Rn 22). Der Sachverständige kann nicht darauf verwiesen werden, sich aus den Akten die Anknüpfungstatsachen zusammenzustellen. Dies ist unzulässig, weil damit der Sachverständige das Beweisthema selbst bestimmt. Denn das in den Akten enthaltene Material kann möglicherweise verschieden interpretiert werden. Überläßt das Gericht dem Sachverständigen diese Interpretation, so überläßt das Gericht dem Sachverständigen die Festlegung des Beweisthemas" (BGHZ 23, 213. K. Müller aaO. Rn 13). "Die Anknüpfungstatsachen sind wesentliche Bestandteile des Beweisthemas, weil sie den Gegenstand der Sach­verständigen­aussage inhaltlich bestimmen. Denn die Anknüpfungs­tatsachen sind dem Sachverständigen vorgegeben, ohne daß ihm eine eigene Feststellungs­kompetenz zusteht. Dabei müssen im Beweisbeschluß alle Tatsachen zu Anknüpfungs­tatsachen gemacht werden, die das Gericht ohne besondere Sachkunde des Sachverständigen feststellen kann" (BGH, NJW 1968, 123; zit. nach K. Müller aaO. Rn 22).

Vorliegend hat das Gericht den Beurteilungsmaßstab für die Erziehungseignung in das willkürliche Ermessen des Sachverständigen unter Ausschluß der legislativen erzieherischen Vorgaben gestellt. Anknüpfungstatsache war insoweit eine Beurteilung unter nachvollziehbarer Berücksichtigung der legislativen Vorgabe hinsichtlich des Erziehungs-Ziels und des zugehörigen Erziehungs-Stils. Durch absichtsvolle Befreiung des Sachverständigen von diesen legislativen Prämissen konnte der Sachverständige dann mit seinem sorgerechtlichen Vorschlag eine Karikatur dieser legislativen Vorgaben konstruieren. Der Vorschlag basierte auf der Feststellung, daß die Antragsgegnerin keine Berufstätigkeit plant und insoweit ganztätig für die Versorgung und Erziehung der Kinder zur Verfügung stünde, wogegen der Vater als berufstätiger Arzt nicht "rund um die Uhr" zur Verfügung stehen könne. Hier wurden die erzieherischen Qualitäten auf die bloße zeitliche Beaufsichtigungsmöglichkeit im Zirkelschluß reduziert und dabei stillschweigend vorausgesetzt, daß diese rein zeitliche Möglichkeit allein dadurch entsteht, daß gemäß dem gutachtlichen Sorgerechtsvor-schlag der Vater über Unterhaltszahlung diese finanziert. Eine andere materielle Basis für diese rein zeitlichen Möglichkeiten der Kinderbeaufsichtigung durch die Mutter sind aus dem Gutachten, zumal bei der erklärten Absicht nicht geplanter Berufstätigkeit, nicht ersichtlich. Um diesen Zirkelschluß des Gutachtens und das implizite Präjudiz zu erkennen, genügt schon ungestörte Denkfähigkeit - auch ohne juristischen Sachverstand des Richters. Wenn dieser gleichwohl dieses handfeste Präjudiz nicht erkannt haben will, dann offenbart dies seine offenkundige Erwartungshaltung gegenüber dem guatchtlichen Ergebnis. Nach der Logik dieser Allianz von Richter und Gutachter war füglich nicht die bessere erzieherische Eignung im Sinne der erklärten legislativen Vorgaben für die richterliche Entscheidung maßgebend, sondern die erklärte Absicht der Antragsgegnerin, keine Berufstätigkeit zu "planen".

Diese Planungsabsicht der Antragsgegnerin dürfte in Verbindung mit deren Erklärung, sich "bequem zurücklehnen zu können", mit der Erwartungs­haltung der arischen Teile von sogenannten "Mischehen" bei sorgerechtlichen Entscheidungen der NS-Justiz identisch sein, denn rein rechtlich liegen die Dinge anders: "Nach dem Gesetz hat jeder Elternteil dem Kinde Unterhalt zu leisten, mag die Leistung in Geld bestehen oder durch Sorge für das Kind erfüllt werden (§§ 1360 S. 2, 1606 III 2 BGB). Erhält jedoch ein Elternteil für seinen Anteil am Unterhalt vom anderen volle Entschädigung, so trägt der andere die Unterhaltslast faktisch allein" (MR Dr. G. Knöpfel: Gerechtigkeit und nachehelicher Unterhalt - eine ungelöste Frage; in: AcP 191. Bd. 107, 118). "Eine Überbürdung von Leistungen ohne rechtsethisch zureichenden Grund ist ungerecht.

Die Regelung ist unvereinbar mit wesentlichen Grundsätzen des richtigen und gerechten Rechts, besonders mit denen der Äquivalenz, der gleichen Teilhabe, des gleichen Vertrauensschutzes, der Verhältnismäßigkeit, des Schutzes vor Böswilligkeit und Rücksichtslosigkeit. Berücksichtigt werden fast ausschließlich die Interessen eines der Partner. Da Verpflichteter in der Regel der Mann ist, ist die materielle Gleich­berechtigung zugunsten einer Vorrangstellung der Frau aufgegeben... Als durchgehend befolgtes Grundprinzip der Regelung kann die Ausbeutung des wirtschaftlich besser Gestellten ausgemacht werden. Da vielfach die Arbeitskraft eines Teils zugunsten arbeitslosen Einkommens ausgebeutet wird, wird die Regelung nicht einmal sozialistischen Prinzipien gerecht.

Das im Grundsatz lebenslängliche Überspannen der Ansprüche trägt fast Merkmale der Leibeigenschaft" (G. Knöpfel aaO. S. 122, 123). Dieses Ergebnis der Rechtspraxis in der BRD ergibt sich so wenig aus dem Gesetz wie die zitierte Rechtspraxis der NS-Justiz bei Sorgerechtsentscheidungen gegenüber Juden. Im Gesetz der BRD stehen "Kindeswohl" und die erzieherischen Intentionen des § 1626 II BGB als rechtliche Entscheidungskriterien zur Beachtung an. Die Mißachtung dieser Vorgaben durch die Justiz entspricht der Mißachtung des geltenden Gesetzes der NS-Justiz in der zitierten Weise. Logisch widersprüchlich ist das im Zirkelschluß gefundene Präjudiz auch rein tatsächlich. Während ein berufstätiger Vater unter dem hier exemplifizierten Ausschluß objektiver erzieherischer Eignungsmerkmale für eine sorgerechtliche Kompetenz nur in Frage käme, wenn er "rund um die Uhr" für die Kinderaufsicht verfügbar wäre, ist die Mutter a priori von dieser Prämisse befreit, denn nach allgemeiner Lebenserfahrung wird sie nachts schlafen und am Tage können die Kinder erklärterweise "machen, was sie wollen", so daß insoweit auch tagsüber die mit arbeitslosem Einkommen (Knöpfel) erlangte Freizeit nicht für die Kinderbetreuung aufgewendet werden muß. Wie die hier aufgezeigten Zusammenhänge offenbaren, war das "Kindeswohl" bei den sorgerechtlichen Entscheidungen des RiAG Feldmann völlig unbedeutend und ersatzweise das Wohl der Mutter in der erklärten rechtsfernen Weise maßgebend.

Selbst wenn es in der BRD eine ideologische Strategie gegen die Anwendung der Gesetze nach rechtsstaatlichen Kriterien geben sollte, welche im esprit de corps: von der Justiz gegenüber dem Gesetz privilegiert würde, so bliebe auch dann das Kindeswohl pervertiert und selbst die prima vista privilegierten Mütter erlangten dadurch keine bleibenden Vorteile, denn die solcherart entrechteten Väter verlieren vorbekannt, zumindest als Produktivkräfte, ihre Erwerbsquellen in lebensfähigen Systemen und werden zum Sozialfall. In unmittelbarer Folge wird auch die vom Gericht separierte Restfamilie - Mutter und Kind(er) - zum Sozialfall. Die solcherart künstlich erzeugten Soziallasten werden mit über 300 Milliarden Mark jährlich beziffert (ZfJ 6/98, 246 f.). Auch der bayerische Sozialminister Dr. Gebhard Glück hat schon 1988, wie bereits II erwähnt, darauf hingewiesen, daß in erschreckendem Maße in Scheidungsfolge neben den geschiedenen Frauen auch deren Männer zum Sozialamt kommen. Nach einer Meldung des bayerischen Rundfunks stellen in Großstädten die alleinerziehenden Frauen 40 Prozent der Sozialhilfeempfänger (Kommentar der Woche, gesendet am 14.04. 1996, 13,07 Uhr Bayern2Radio).

Wenn Professor Hurrelmann beklagt, daß heute über eine Million Kinder in Deutschland von Sozialhilfe leben, dann sind dies (fast) ausnahmslos Produkte der hier aufgezeigten gerichtlichen Sorgerechtspraxis wider die genannten gesetzlichen Vorgaben und die Akteure dieser künstlichen Erzeugung von Elend sind wiederum die Vertreter der Organisationsform Bürokratie. "Die meisten wegen Nazi-Verbrechen Verurteilten waren, zumindest in der Zeit des Dritten Reiches, Beamte gewesen..." (Ingo Müller: Furchtbare Juristen. München 1987, 262). Das allerschlimmste an dieser destruktiven Rechtspraxis der BRD ist die massenhafte Erzeugung eines psychisch denaturierten Nachwuchses, wie ihn insbesondere Sebatd/Krauth schildern (in: "Ich will ja nur Dein Bestes!" - Fehlentwicklung durch Mutteregoismus. München 1984), oder Alice Miller (in: Am Anfang war Erziehung. Frankfurt Main 1983). Professor Arno Gruen (Der Wahnsinn der Normalität; München 1989) verwies auf die Tatsache, daß Hitler und seine Ideologie die außengelenkten Mitläufer und Mittäter als erzieherische Produkte bereits vorgefunden hat. Arno Gruen sagt zu den erzieherisch autoritär Denaturierten - hier sei an das langjährige Plädoyer von Uwe Diederichsen für die autoritäre Erziehung und seine Opposition gegen die "partnerschaftliche Erziehung" im Geiste des § 1626 II BGB im Palandt erinnert -: "Sie finden oft ihren Ort in der Bürokratie, wo sie im Namen von Gesetz und Ordnung Gefühle niederwalzen und sich selbst dabei völlig im Recht fühlen können.

Diese Konformisten sind die Fußsoldaten der psychopathischen Führernaturen..." Diese Konformisten, diese Außengelenkten, erzeugt die sorgerechtliche Gerichtspraxis in der BRD en masse und damit zugleich Gefahren auch in internationaler Dimension. Gruen spricht von der "Leugnung des Menschlichen unter dem Deckmantel der Sorge für den Menschen. Sie verstehen, sich ein menschliches Antlitz zu geben, haben aber keinerlei entsprechende Gefühle. Ihr Innerstes ist ein Hexenkessel von Rache und Mordlust; anstelle eines lebendigen Selbst fühlen sie nur Leere. Um dieser Leere und dem inneren Chaos zu entkommen, müssen sie Leben um sich her zerstören, nur dadurch fühlen sie sich lebendig" (aaO. 184). Diese Zerstörungslust unter Beklagen, die Ehe sei von Anfang an nicht "lebendig" gewesen, so die Antragsgegnerin, zeigt sogar in wörtlicher Übereinstimmung die Folgen aus den erzieherisch vermittelten Schäden, wie sie die Antragsgegnerin von ihrer geschiedenen Mutter, dem "kreischenden Bündel in der Küche", erfahren hat. Das destruktive Handeln "unter dem Deckmantel der Sorge für den Menschen" kennzeichnet die deutsche gerichtliche Sorgerechtspraxis mit der Worthülse "Kindeswohl".

Dazu Professor Jopt: "In der Lebens­wirklichkeit ist die ohnehin 'schwierige' Formel vom 'Kindeswohl' längst zu einer leeren Worthülse verkommen, zu einer Blankovollmacht, mit der alles, aber auch alles, was der gesunde Menschenverstand sich vorzustellen vermag - nein, selbst auch all das, was sich seiner Vorstellungskraft entzieht -, gerechtfertigt und 'begründet' wird. Mag dies sinnvoll oder vernünftig sein, mag es fragwürdig erscheinen, oder mag es einem ob der erkennbaren Absurdität die Haare zu Berge stehen lassen" (zit. n. M. Matussek: Die vaterlose Gesellschaft. Reinbek 1989, 150). 

Matussek ergänzt: "Das 'Kindeswohl' ist wahrscheinlich das zynischste Lügenwort, das sich ein deutscher Justiz- und Behördenapparat seit über fünfzig Jahren hat einfallen lassen. Eine Worthülse, um noch das größte Verbrechen gegen Kinder zu decken. Ausgerüstet mit diesem Schreckenswort bereiten die Jugendamtsmitglieder die 'Opfer'-Mutter auf den nächsten Schritt vor: die Offensive. Phase drei besteht im erfolgreichen Abschluß des Sorgerechtsprozesses und der nun folgenden Unterhaltsklage, für die das Jugendamt selbstverständlich bewährte Anwaltsadressen zur Verfügung hat" (aaO. S. 152). Sogar Familienrichter wie Wilfried Leitte (Heidenheim) geben Frauen öffentlich den Rat zum sträflichen Kindesentzug.

Auf ähnliche Weise mag im NS-Staat das Klima zur rassistisch strukturierten Rechtlosstellung von Bevölkerungsteilen entstanden sein. "Sehen Sie zu, daß Sie die Kinder besitzen, dann muß Ihr Mann für alles bezahlen". Diesen Rat geben nach Professor Joachim Wiesner "Tausende von Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen jährlich Zehntausenden von Ehefrauen, die - aus was für Gründen immer - gewillt sind. ihre Ehe zu beenden... Zehntausende von Frauen organisieren daraufhin den Anfang vom Ende ihrer Familie: Ziel aller ihrer Aktivitäten ist es von nun an, gerade jene Tatbestände erst herzustellen, von denen die einschlägigen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches stillschweigend unterstellen, daß sie eigentlich den irreparablen Endzustand von bereits unheilbar erkrankten Ehen darstellen, gewissermaßen den nicht mehr zu heilenden Sonderfall bedeuten" (Wiesner aaO. S. 1, 2).

Dubiose Praktiken des Sachverständigen Madeia Während im Bereich der exakten Wissenschaften Sachverständige nur auf eng begrenzten Gebieten und unter Nachweis von überdurchschnittlicher Fachkenntnis öffentlich bestellt werden, genügt es für die Lebensweichenstellung von Kindern, daß ein zufällig an diesem Geschäft Interessierter "einem Familiengericht mitteilt, daß (er) ein solcher (psychologischer Sachverständiger) sei". (Jopt in: BDP-Rundbrief Sektion F&KPsy: Okt. 19900. 9). U. O.-Kodjoe und Peter Koeppel hegen begründete Zweifel an der wissenschaftlichen Arbeitsweise des einschlägigen deutschen Gutachterwesens: "Rechtlich gesehen soll der Sachverständige dem Gericht nur Vorschläge unterbreiten, tatsächlich aber gibt er dem Gericht die sorge- oder umgangsrechtliche Entscheidung vor.

Und nur die wenigsten Familienrichter besitzen die psychologischen Fachkenntnisse, um wissenschaftlich mangelhafte gutachtliche Empfehlungen als solche zu erkennen" (DAVorm 1/98, 10, 25). Ein Richter, der, wie im vorliegenden Falle, sich und den Sachverständigen von den erzieherischen gesetzlichen Beurteilungsprämissen unter Verletzung seiner Bindung an das Gesetz entbindet, braucht zum Beurteilen eines auf diese Weise entstandenen gutachtlichen Elaborats nicht fachpsychiatrischer Experte zu sein. Der SV Madeia hat in Erweiterung des richterlich konzipierten Freistils den Gutachterauftrag delegiert an seine Kollegin Heimel. Tätig geworden sind beide ohne Gerichtsauftrag, der, wie schon erwähnt, erst drei Monate später erteilt wurde.

Trotz meines bis heute unbeschiedenen Ablehnungsantrags gegen Madeia hat RiAG Feldmann den SV Madeia erneut und mit gleicher Freistilambition zum Gutachter bestellt - man kennt sich halt! Am 24.11.1994 unterrichtete mich Madeia ganz im Sinne der Feldmannschen Freistil­intentionen telefonisch vom Ergebnis seiner gutachtlichen Feststellungen. Dieser SV hausiert also mit seinen gutachtlichen Elaboraten wie der billige Jakob mit Kurzwaren, also noch vor der Abgabe bei Gericht und in eigenmächtiger Verfügung über diese gerichtliche Auftragsarbeit und noch bevor ein Richter über seine Ablehnung und die Verwendungsfähigkeit seines Elaborats entschieden hat. Seine ungefragten Anrufe bei den von seinen Machwerken Betroffenen benutzt Madeia offenkundig, um zusätzlich Angriffe auf diese in Eigenregie und unter förderlicher Duldung durch RiAG Feldmann konstruieren zu können. Im vorliegenden Falle hat Madeia ohne gerichtlichen Auftrag seine Telefonkontakte zu Betroffenen benutzt, um einen "Nachtrag" zu seinem Gutachten abfassen zu können, der inhaltlich einen ganz willkürlichen Angriff auf mich impliziert (Schreiben vom 04.12.1994 an RiAG Feldmann). Anstelle des ordentlichen Rechtsweges hat Madeia, die rechtliche Freistilmanier des RiAG Feldmann nutzend, die gutachtliche Schiene dazu benutzt, angebliche Beleidigungen und sonstige Kalamitäten in Selbstjustiz auszuagieren.

In diesem als "Nachtrag zum Gutachten vom 21.11.1994 deklarierten und im Selbstauftrag verfaßten Schreiben Madeias erteilt er dem Richter konkrete Handlungsanleitungen und avsisiert seine Bereitschaft, die Antragsgegnerin wegen der "unerläßlichen Mitarbeit von Frau L:" diese gesprächsweise zu instruieren und zu präparieren. Derartiges ist mir nicht einmal aus der rassistischen NS-Rechtspraxis in Sorgerechtsfällen bekannt. Ohne jede Befugnis zum Erstellen medizinischer Diagnosen und selbst ohne gerichtlichen Auftrag zu solcherart persönlichen Feststetlungen, den er mangels beruflicher Befugnis auch gar nicht anzunehmen berechtigt gewesen wäre, hat der im Medizinischen dilettierende Madeia "paranoide und psychopathische Persönlichkeitszüge" an mir diagnostiziert (sein Schreiben an RiAG Feldmann v. 05.12.1994) und das Universitätsschreiben ohne Angabe der Zeichnungsberechtigung selbst für die Universität rechtsverbindlich unterzeichnet.

Allein die Tatsache, daß Madeia der Mutter kraftstrotzende Gesundheit als primäre Erziehungseignung - neben der über das erklärte Präjudiz alimentierten Freizeit dieser Mutter - attestierte, während jeder Fachkundige sich anhand der Explorationsangaben im Gutachten vom 23.07.1992 über die dort manifestierten Symptome der Borderline-Persönlichkeit überzeugen kann, hat Madeia umgekehrt den Vater als fachkundigen Arzt auf dem neuronalen medizinischen Sektor als "paranoid und psychopathisch" diskriminiert und stigmatisiert. Das ist so exorbitant skandalös, daß damit auch die Reputation der Universität, die solche Koryphäen beschäftigt, in Verruf gerät. Für diese wahrscheinlich projektiver Externalisierung eigener Gebreste entspringender Handlungsmotive Madeias gibt es evidente Gründe.

Da sein zufällig an einen Fachmann der Neurochirurgie geratenes gutachtliches Elaborat in Gefahr stand, hinsichtlich der Unhaltbarkeit und des pseudowissenschaftlichen Aufputzes sachkundig enttarnt zu werden, mußten prophylaktisch alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, den fachkundigen Kritiker mit außerfachlichen Argumenten in tradierter Weise niederzumachen. Tradiert im Sinne der deutschen Rechtspraxis: Grundlage der Entrechtung der Juden und anderer "Untermenschen" nach der Terminologie des NS-ldeologie war allein deren proklamierte "Unwertigkeit". In diese Schablone hat Madeia im Verein mit RiAG Feldmann die Unwertigkeit durch geistige Unzurechnungsfähigkeit infolge "paranoider und psychopathischer Persönlichkeitszüge" gestellt. Daß Madeia bei diesem sorglosen Umgang mit Persönlichkeitszügen nicht gleich selbst entgleist ist, hat er nur der assistierenden Mitwirkung des RiAG Feldmann zu verdanken.

Auf meinen Ablehnungsantrag gegen Madeia und den Antrag auf Ausschluß der Verwendung dieses üblen Machwerks des angeblichen SV Madeia hat RiAG Feldmann mir bis heute keinen Bescheid erteilt. Ich bin also im unklaren darüber, ob die tradierte Verselbständigung der Justiz in Deutschland schon so weit fort­geschritten ist. daß Richter - wie Feldmann - auch schon verfahrens­rechtlich die eigene Willkür als Maßstab deutscher Rechts­staatlichkeit legitimerweise benutzen können. Der freistilambitionierte RiAG Feldmann hat sich als Richter selbst desavouiert indem er mir das vorläufige Aufenthalts­bestimmungs­recht für den Sohn erteilte, nachdem dieser von seiner Mutter rausgeschmissen wurde, ohne zu erkennen, daß ich "paranoide und psycho­pathische Persönlichkeitszüge" - also quasi einen ganzen Verschiebe-Bahnhof diverser Züge geistig-psychischer Gebreste - hatte, wie der rastlos telefonierende, intervenierende, intrigierende, stigmatisierende und inkriminierende Madeia als spezielles Exemplar von Gutachter sinnierte.

Die im Internet abrufbare Schrift von Professor Joachim Wiesner erklärt trefflich die deutsche Rechtspraxis, für die RiAG Feldmann nur ein exponiertes Beispiel liefert: "Der westdeutsche Rechtsstaat ist nicht nur zum Faustrechts-Staat geworden, sondern die Vielzahl seiner Rechtsbrüche, die die Gerichte kennen, aber in den Ehescheidungsverfahren nicht berücksichtigen, hat im Verborgenen dieses Land zu einer Ganoven-Republik werden lassen. Die Justiz wirkt kräftig daran mit" (Wiesner: Vom Rechtsstaat zum Faustrechts-Staat: Eine empirische Studie zur sozial­ethischen und ordnungs­politischen Bedeutung des Scheidungs-, Scheidungsfolgen- und Sorgerechts. Oder: Über die staatlich verursachte Paralyse von Rechtshandeln und Rechtsbewußtsein in der Bundesrepublik Deutschland. Münster 1985, 21). Was bezweckt die BRD-Justiz mit der Rechtswillkür im Sorgerechtsbereich? Schon nach einfacher logisch-analytischer Betrachtung ist evident, daß die prima vista privilegierten Frauen/Mütter letztlich nicht begünstigt sein können, denn sie landen im Gefolge der gerichtlichen Entrechtungspraxis gegenüber den Vätern in der erklärten Weise mit diesen gemeinsam bei der Sozialhilfe oder im sonstigen "sozialen Netz". Am allerwenigsten können die Kinder davon profitieren, denn das streithafte Sorgerechtsverfahren wird erfahrungsgemäß und, wie auch der vorliegende Fall zeigt, dominiert vom borderline-geschädigten Elternteil. Nach der hier dargelegten Ablaufprozedur werden sodann die Kinder dem psychisch abnormen Elternteil zur erzieherischen Weitergabe der eigenen psychischen Deformation überantwortet und der gesunde Elternteil von der Erziehung ganz ausgeschlossen, um die psychische Deformation des Kindes ungestört realisieren zu können. Objektiv profitiert das Kind also nicht an dieser gerichtlichen Sorgerechtspraxis. Wer aber profitiert überhaupt davon? Zunächst das Kartell der professionellen Scheidungsbegleiter. Das psychologische Segment dieses Kartells erschafft sich damit sogar noch Behandlungspotential in der Zukunft. Profitiert auch der Staat davon? Den Staat gibt es als homogene Struktur nicht. Systemtheoretisch besteht er aus zwei personalen Komponenten: Produktiven und Unproduktiven, wobei letztere in alimentierter Form von ersteren materiell existieren. Im Schrifttum gibt es eine Fülle von Nachweisen, daß die Bürokratie, welche systemtheoretisch die Organisationsform der Unproduktiven repräsentiert - und die Justiz ist nach Professor Diether Huhn eine Bürokratie wie jede andere auch - zur Herrschaft und zur bürokratischen Beherrschung aller Lebensbereiche drängt. Neben Joseph Alois Shumpeter will ich hier nur beispielhaft folgende Autoren nennen: Professor Stefan Delikostopoulos: Freiheit und Bürokratie; in: Studien zur Soziologie, Bd. 7, Würzburg 1982: Professor Ulrich Lohmar: Staatsbürokratie. Das hoheitliche Gewerbe. München 1979. Im Psycho- und Sozio­gramm des Juristen, wie es eine Vielzahl von Autoren zeichnet, begegnet uns eine Basis­persönlichkeit der Anpassung: "Die deutschen Richter passen sich an die herrschenden Verhältnisse an, solange sie ihrer Klassenlage entsprechen (R. Kusserow: Richter in Deutschland. Hamburg 1982, 51). "Richter müssen nicht genial sein. Sie müssen nicht klug, nicht kühn, nicht kreativ sein. Sie müssen weder hochmoralisch noch hochgebildet sein. Aber wie naiv, wie dämlich - und wie frech dürfen Richter sein? (Kusserow. "Stern" 28/1982, 131). Professor Bernhard Großfeld (Münster) beklagt, "daß die jungen Juristen viel zu lange in formalen Ausbildungs­systemen verharren, daß sie in erstarrten Sprachsystemen verbleiben, daß wir ihnen Rechtskunde, aber nicht Lebenskunde vermitteln. So wächst eine Juristen­generation heran, die in den prägenden Jahren der Jugend nie Gelegenheit hatte, Lebens- und Berufs­erfahrung außerhalb formaler Systeme zu machen. Wie sollen die so Ausgebildeten das Leben anderer ordnen und gestalten, von dem sie so lange abgeschottet wurden? Das wird zu einem großen sozialen Problem und zu einer Gefahr für unser Rechtswesen selbst" (Bernhard Großfeld; in: JZ 6/ 1986, 357 f.). Wenn zu alledem nach Professor W. Weyrauch das Kollektivporträt des Juristen den Eindruck einer unsicheren Persönlichkeit erweckt, dann verweist dieser Eindruck auf eine mehr oder weniger autoritäre Erziehung mit spezifischen Wirkungen, die erstens zur alternativlosen Inkorporation in Kollektive, insbesondere in Form der "institutionalisierten Übermutter", prädestinieren, und zweitens innerhalb dieser Prädestination wahrscheinlich intuitiv eine Affintität zu jenen Basis- Persönlichkeiten mitbringen, die im Sorgerechtsprozeß eine adäquate Eziehungspraxis erkennen lassen, wie sie der eigenen Erfahrung entspricht. Die aus dieser erzieherisch erworbenen psychischen Insuffizienz resultierende kompensierende Herrschafts­ambition ist nur innerhalb jener selbst nicht lebensfähigen bürokratischen. Systeme ausagierbar. Nach 0. Sperling wirkt die Bürokratie daher auch anziehend auf Sadisten (Kaupen). Das Votum von Professor Uwe Diederichsen für die autoritäre Erziehung und gegen die kodierte "partnerschaftliche Erziehung" ist nur vor diesem Hintergrund verstehbar. Aus dem spezifischen Erziehungs- und Sozialisations­prozeß sind dem Juristen die Inhalte "partner­schaftlicher Erziehung" unbekannt und die bloße Vorstellung vermittelt ihm möglicherweise in Relation zur Erziehung mit Befehl und Gehorsam - Recht und Ordnung - ein chaotisches Bild. Auch wenn die bürokratischen Akteure möglicherweise unreflektiert und unbewußt die eigene erzieherisch erworbene Struktur ausagieren, so ändert das nichts an der volkswirtschaftlich und gesellschaftlich, potentiell sogar international gefährlichen Entwicklung, die mit Machenschaften nach der hier vorliegenden Art des RiAG Feldmann programmiert wird. Dem Sorgerechts­änderungsantrag ist daher unter Berücksichtigung der aufgezeigten legislativen Beurteilungskriterien stattzugeben.

Jan Lalik 
 

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Literaturverzeichnis Dr. Jan Lalik
Keine Gewähr für Übertragungs- und Einlesefehler. Gerhard Hanenkamp

Autor: Dr.Jan Lalik  Datum 05.06.1998 Mail: 
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