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Ausschluß des Umgangsrechts 

Auch wenn geschiedene Eheleute völlig zerstritten sind und es beim Zusammentreffen stets zu heftigen Auseinandersetzungen kommt, rechtfertigt dies nicht den vollständigen Ausschluß des Umgangsrechts des nichtsorgeberechtigten Eltemteils (hier Vater). Eine zeitlich längere Einschränkung oder ein Ausschluß des Umgangsrechts ist nur dann gerechtfertigt, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. 

Zur Klärung derartiger Fragen bedienen sich Familiengerichte in der Regel eines psychologischen Sachverständigen. Dessen Empfehhung, das Umgangsrecht des
Vaters für mehrere Jahre auszuschließen ist jedoch immer dann zu folgen, wenn der Sachverständige auch tatsachlich den Kontakt zwischen Vater und Kind hergestellt
und beobachtet hat. Nur so kann der Sachverständige verläßlich wahrnehmen, ob die Annahme, der Vater habe die Ängste des Kindes verursacht, berechtigt ist. 

Beschluß des OLG Hamm vom 03.11.1998 

7 UF 270/98 

FamRZ 1999. 326 
 

Anm. Gerhard Hanenkamp:aus psychologischer Sicht ist eine solch folgenreiche (Ver-)Beurteilung  auch in dem Falle aus verschiedenen Gründen äußerst fragwürdig und simplifizierend und beruht auf einer völligen Überhöhung der wissenschaftlichen Qualität der Psychologie. Ein Problem, das die Justiz einfach ignoriert um ihre eigene Fragwürdigkeit in diesem Konfliktfeld zu übertünchen.


Autor:Beschluß des OLG Hamm vom 03.11.1998 
Erstellungsdatum 00.00.2000 G*A*B - Datum: 12.12.1999         Mail: Orbation@t-online.de 
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